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Dlouhá Nr. 90


Dlouhá Nr. 90 Lokalisierung :
Dlouhá Nr. 90

Objektbeschreibung :
Ein kleines einstöckiges Objekt mit dem Satteldach und mit dem Walm. Eine dreiachsige Stirnseite gegliedert nur durch das Kranzsims, die gemalten Chambranen der Öffnungen und durch die Eckbossage. Das Erdgeschoß ist ein Zweitrakt mit einer flach gedeckten Treppenhalle bei der linken Seite.

Bauhistorische Entwicklung :
Das Objekt war im Mittelalter ein Bestandteil des Hauses Nr. 89, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde es selbstständig, der westliche und der nordliche Teil wurden zugebaut und gleichzeitig wurde ein Teil der Blockbaukonstruktion in der Stube im ersten Stockwerk beseitigt. Im klassizistischen Zeitraum wurde die Stirnseite in den heutigen Zustand hergerichtet und die Unteransicht-Balkendecken in beiden Stockwerken wurden verdeckt. Im Jahre 1993 wurde eine Rekonstruktion durchgeführt und im Dachboden wurden Wohnungen errichtet.

Bedeutende architektonische Details :

  • der unikat erhaltene größere Teil der Stube mit Blockbaukonstruktion im 1. Stockwerk
  • die Balkendecke im 1. Stockwerk mit dem doppelten Plattensturzboden, ursprünglich ein Teil der Stube mit Blockbaukonstruktion, mittelalterlichen Ursprungs
  • die Balkendecke im Erdgeschoß mit dem doppelten Plattensturzboden
  • das Gewölbe mit Kämmchen im hinteren Teil der Eintrittshalle mit der dekorativen Ausschmückung

Geschichte der Hausbewohner :
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte das Haus dem Fleischer Vaněk Plachý. Der vermachte in seinem Testament aus dem Jahre 1537 das Haus und das Gewerbe seinem Sohn Šimon, der hier jedoch nur sehr kurz lebte und arbeitete, oder überhaupt nicht, denn wir treffen hier im Jahre 1540 schon den Mälzer Michálek an. Michálek starb im Jahre 1545 und seine Witwe Barbora verkaufte das Haus ein Jahr später dem Goldschmied Felix. Der starb im Jahre 1548 und im Haus lebte weiter seine Witwe Maruše, die den Krämerladen betrieb. Im Jahre 1567 taucht der erste Bericht über einen neuen Besitzer auf, den Weber Šebestián Hammerschmid, der in demselben Jahre Kristina, die Tochter des Weißfärbers aus Český Krumlov, heiratete. Šebestián starb im Jahre 1573 und die Witwe Kristina heiratete bald den Weber Michal Kheil aus der deutschen Stadt Amberg. Nach Kheils Tod, zu Ende der ersten Hälfte der neunziger Jahre des 16. Jahrhunderts, blieb im Haus seine zweite Gattin Anna, die wir hier noch im Jahre 1602 antreffen. Seit dem Jahre 1621 wohnte im Haus für zwei Jahre lang der Fleischer Kryštof Haigl, vor dem Jahre 1640 erscheint hier kurz der Schuster Havel Künzl, den für zwei Jahre der Lebzelter Hans Schubert ablöste. Über die weiteren Hausbesitzer wissen wir zur Zeit nicht viel. In den Jahren 1730 - 1735 gehörte das Haus dem Drechsler Jan Jiří Mongay und danach bis zum Jahre 1753 Matyáš Jannoch. In den weiteren Jahren betrieben im Haus Antonín Frank und Jan Willich das Schustergewerbe. Im Jahre 1768 hatte das Haus kurz Matyáš Lambl im Besitz und nach ihm Urban Schaufler. In den Jahren 1778 - 1807 treffen wir uns im Haus mit Antonín Bauer und wenigstens bis zu den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts wohnte hier dann Jan Stolzenthaler.

Gegenwärtige Nutzung :
Pension - Music bar - Nina, Wechselstube