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Kostelní Nr. 168

Kostelní Nr. 168, Gesamtansicht Lokalisierung:
Kostelní Nr. 168

Objektbeschreibung:
Das Haus ist einstöckig, mit der zweimal seitenwärts vorgesetzten Stirnseite, die nicht plastisch gegliedert ist. Die hintere Stirnseite des Hauses ist glatt, mit hervortretenden Konsolen vielleicht eines Renaissance-Erkers. Die Gestaltung des Erdgeschosses ist insgesamt flachgedeckt.

Bauhistorische Entwicklung:
Den Ursprung des Hauses kann man im Zeitraum der Gotik suchen, weiter folgte ein radikaler Renaissanceumbau. Insgesamt sehr radikal wurde das Haus im Jahre 1960 rekonstruiert. Diese Rekonstruktion war zu den ursprünglichen Konstruktionen des Hauses sehr rücksichtslos.

Geschichte der Hausbewohner:
Im Jahre 1499 schenkte der Rosenberger Kanzler Václav z Rovného das Haus den Krumauer Kaplänen bei der Kirche St. Veit in der Stadt Český Krumlov, "das Haus, in dem mal Lebzelter Král gewohnt hat". Dieses Gebäude war das erste Kaplanhaus, das nicht mit der mehr bekannten Kaplanka (Kaplanhaus) verwechselt werden darf (Horní Nr.159). Zwanzig Jahre später schenkte Václav z Rovného den Krumauer Kaplänen ein ganz neues und viel größeres Gebäude Kaplanka, wohin sie umzogen. Das Haus Nr. 168 behielten die Kapläne jedoch bis zum Jahre 1573, wo sie es an den Krämer Kašpar Diernhofer verkauften. Der Krämer Kašpar starb im Jahre 1589, seine Frau Johana im Jahre 1591 und sie vermachte das Haus im Testament ihrem Bruder Kryštof Lepší. Nach seinem Tod verkaufte die Witwe Voršila das Haus an Ondřej Osterman, den persönlichen Bader von Wilhelm von Rosenberg. Die Familie des Baders lebte hier bis zum Jahre 1603. In den Jahren 1640 - 1664 gehörte das Haus dem Schuster Jiří Schöbel, den der Lehrer Bartoloměj Václav Roth ablöste. Seit dem Jahre 1676 treffen wir hier den Stadtdiener Matyáš Krampl, nach dem hierher im Jahre 1714 Bernard und Magdalena Placeda einzogen. Im Jahre 1723 hatte das Haus schon der Tuchmacher Ondřej Tragauer im Besitz, dessen Familie hier bis zum Jahre 1806 lebte.

Gegenwärtige Nutzung:
Mahakam, Unterkunft Eva Vašíčková