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Latrán Nr. 35

Latrán Nr. 35, Gesamtansicht Lokalisierung:
Latrán Nr. 35

Beschreibung des Objektes:
Ein ebenerdiges Haus mit einer Stirnwand, die mit einem Giebel gipfelt.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Objekt entstand in der Zeit der Renaissance. Der Giebel stammt vielleicht in seinem fundamentalen Mauerwerk und in den Simsen aus der Renaissance, wurde aber gemeinsam mit dem unteren Teil der Stirnwand im klassizistischen Stil hergerichtet. Die Mansarde erlebte eine neuzeitliche Installierung.

Geschichte der Bewohner des Hauses:
Der erste bekannte Eigentümer des Hauses war Bartoloměj Doucha, der es in seinem Testament aus dem Jahre 1563 seiner Gattin Magdalena hinterließ. Bartoloměj Doucha wurde im unweiten Haus Latrán Nr. 21 geboren, das von seinem Bruder Jakub übernommen wurde. Er starb wahrscheinlich kinderlos und das Haus erwarb der Seiler Adam Perner. Nach seinem Tode verkaufte es die Witwe Salomena im Jahre 1593 an den Bäcker Florián Hausenperger. Dieser lebte aber mit der Familie im Haus Latrán Nr. 18 und das Haus Nr. 35 diente ihm wahrscheinlich zur Anlegung von Kapital in Liegenschaften. Kurz nach dem Jahre 1600 erscheint als Besitzer des Hauses Tomáš Krumpenagel. Im Jahre 1620 zog hier der Hofschmied Řehoř Schweighart oder Švankort ein, der zwei Jahre später als Eigentümer des Hauses Nr. 22 in der Neustadt erwähnt wird. Im Jahre 1623 finden wir im Haus Filip Šimon Šťastný, der nach drei Jahren vom Braumeister Bartoloměj Schaffnak abgelöst wurde. Nach seinem Tode wahrscheinlich im Jahre 1636 verwaltete das Haus die Witwe Alžběta, die sich von neuem vermählte mit Jakub Bezchleba. Dieser besaß das Haus wahrscheinlich bis zum Jahre 1646. In den Jahren 1745 - 1758 lebte hier der fürstliche Schreiber Václav Pree und die darauffolgenden zwei Jahre gehörte das Haus dem Geigenbauer und Saitenmacher Benedikt Figlmiller. Vom Jahre 1760 an lebte hier der Schornsteinfeger Josef Kampeta und in den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts dann der Fleischer Josef Thaler.

Gegenwärtige Nutzung:
Das Haus dient zum Wohnen. Im linken ebenerdigen Teil hat die Firma Rita ihren Sitz, die sich mit dem Gravieren von Glas befaßt.