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Latrán - Klášterní Nr. 48

Latrán Nr. 48, Gesamtansicht Lokalisierung:
Latrán - Klášterní Nr. 48

Beschreibung des Objektes:
Ein zweistöckiges Gebäude mit klassizistischer Stirnwand auf einer schmalen Parzelle. Das Eintrittsportal in der Stirnwand hat einen Renaissancesims.

Bauhistorische Entwicklung:
Das im Kern gotische Objekt stammt aus der Spätrenaissance mit erhaltener Gliederung. Umgebaut in der Zeit des Klassizismus.

Bedeutende architektonische Details:
Wertvoll sind namentlich die halbkreisförmigen Tonnengewölbe im Erdgeschoß und der ursprünglich einheitliche Raum mit Kreuzgewölben, eingewölbt auf ein mittleres Steinsäulchen mit Formen aus der späten Renaissance, im rückwärtigen Teil des Hauses.

Geschichte der Bewohner des Hauses:
Zu Anfang des 16. Jahrhunderts wohnte im Haus ein gewisser Slupenec, der für kurze Zeit vom Schneider Honza abgelöst wurde. Von ihm kaufte das Haus im Jahre 1519 der Rosenberger Fischmeister ( verantwortlich für die Fischereiwirtschaft auf der Herrschaft) Wolf. Nach Wolfs Tod im Jahre 1523 erwarb es ein weiterer Rosenberger Fischmeister Vaněk (Václav) Zvíkovský. Seit der Mitte der sechziger Jahre des 16. Jahrhunderts finden wir hier den Fischmeister Vít, der im Jahre 1585 starb. Latrán Nr. 48, Portal Die Witwe Magdalena heiratete im Jahre 1592 den schweizer Maurer Adam Khenz. Dieser heiratete sich nach ihrem Tode in das Nachbarhaus Latrán Nr. 49 zur Anna ein, der Witwe nach dem Mälzer Frošauer, und im Jahre 1619 verkaufte er das Haus. In der zweiten Hälfte der vierziger Jahre des 17. Jahrhunderts gehörte das Haus dem Tischler Jiří Gibl, der im Jahre 1649 vom Schornsteinfeger Hans Gräz abgelöst wurde. Von 1662 an lebte hier der Goldschmied Kryštof Kritta. In den Jahren 1729 - 1741 war der Flechter Josef Torkowitzer der Besitzer des Hauses. Bis in die dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts wurde dann im Haus das Buchbindergewerbe gepflegt. Nach Jan Jiří Neuhaus waren es zwei Generationen der Schullerbauer, die sich mit dieser Arbeit befaßten. Die Familie Schullerbauer lebte hier dann mindestens bis zum Jahre 1840.

Gegenwärtige Nutzung:
Wohnhaus (in der Rekonstruktion)