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Náměstí Svornosti Nr. 13

Lokalisierung:
Náměstí Svornosti Nr. 13

Objektbeschreibung:
Es handelt sich um ein zweistöckiges Reihenobjekt mit der Hauptstirnseite in den Stadtplatz und der Weststirnseite führend in die Soukenická Gasse (Tuchmachergasse). Die Stirnseite ist mit der historisierten Fassade gedeckt, die mit einem Volutengiebel beendet ist. Das Dach des Objektes ist ein Satteldach. Das Interieur des Objektes und seine Gestaltung sind neuzeitlich, ursprünglich aus den Jahren 1914 -1918. Zu weiteren Herrichtungen es kam in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts.

Bauhistorische Entwicklung:
Das ursprünglich gotische Objekt hat zu den schön erbauten Häusern des Krumauer Stadtplatzes gehört. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde es in die Renaissancegestalt umgebaut. Im Jahre 1805 bekam es ein zweites Stockwerk, im Jahre 1825 wurde die Laube vermauert und weitere Teilherrichtungen wurden durchgeführt. Nach dem Jahre 1849 wurde das Haus adaptiert und nach dem Jahre 1914 wurde sein Denkmalswert durch das Niedereißen des Hauses und die Aufführung von einem Neubau im Jahre 1918 ganz vernichtet. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu den letzten bedeutenden Bauherrichtungen im Zusammenhang mit der Verbindung des Objektes mit dem Nachbarhaus Nr. 12 und deren Adaptation zum Stadthotel.

Náměstí Svornosti Nr.  12, 13 und 14, ein historisches Foto Náměstí Svornosti Nr. 13 und Nr. 14, ein historisches Foto


Geschichte der Hausbewohner:

Im Jahre 1424 war der Hausbesitzer der Stadtschreiber Mikuláš Tlučba. In den Jahren 1463 - 1504 gehörte das Haus dem Maler Vítek und seit dem Jahre 1510 kaufte es der Kaufmann und Mitglied des Stadtrats Ondřej Fridburgar (Frymburgar). Fridburgar handelte vor allem mit den Leinen und Stoffen, den ausländischen Gewürzen oder mit der Seife, die er nach Český Krumlov aus dem Markt in Salzburg einführte. Im Haus hatte er einen Laden und ein Lager. Im Jahre 1553 kaufte das Haus vom Ondřejs Sohn Řehoř ein gewißer Pavel Prombergar aus Moravská Třebová, der es umbauen und erhöhen ließ. Die Prombergers Witwe, gesagt Pauluska, eine berümhte Krumauer Hebamme, heiratete im Jahre 1582 den Kammerdiener von Wilhelm von Rosenberg und später den Diener von Peter Wok von Rosenberg Pavel Finkenauer, womit das Haus auch in dessen Besitz kam. Einer der weiteren bedeutenden Hausbesitzer war der Krumauer Primator Kilián Hölderle von Schattenberg, dem in dieser Zeit auch das Nachbarhaus Nr. 12 gehörte. Im Jahre 1640 bekam das Objekt für 1.000 Schock Groschen der Ratsherr und Hauptmann Jan Baumann von Hall, nach dem das Haus bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts "baumannisch" genannt wurde. Im Jahre 1677 kaufte das Gebäude der Stadtrat und fast 50 Jahre später vermietete er es dem Fürsten Adam Franz zu Schwarzenberg. Der stellte es seinem Jägermeister, dem Baron von Cetvice, zur Verfügung. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurden hier die Offiziere untergebracht. Im Jahre 1849 wurde im 1. und 2. Stockwerk das Bezirksamt und im Erdgeschoß neben dem Laden das Gerichtsgefängnis untergebracht. Im Jahre 1914 wurde das Gebäude niedergerissen und auf dessen Platz ein Neubau des Stadthotels aufgeführt.

Gegenwärtige Nutzung:
Restaurant - Hotel The Old Inn