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Náměstí Svornosti Nr. 6

Náměstí Svornosti Nr. 6, Gesamtansicht Lokalisierung:
Náměstí Svornosti Nr. 6

Objektbeschreibung:
Ein dreistöckiges Eckgebäude mit eklektischer Stirnseite mit Lisenen und profilierten Simsen aus dem 19. Jahrhundert gegliedert. Auf den beiden Seiten der Hauptstirnseite des Gebäudes in die Richtung in den Stadtplatz sind zwei historisierte Portale mit Säulen des korinthischen Typs angebracht.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Gebäude der Sparkasse wurde in den Jahren 1886 - 1887 auf der Stelle von zwei ursprünglichen mitteralterlichen Objekten aufgebaut: des Eckhauses Nr. 5 und des Hauses Nr. 6. Das Niederreißen von diesen Häusern und der Aufbau des dreistöckigen Gebäudes, das im Raum am Stadtplatz ein durchaus fremdes und unorganisches Element ist, war aus heutiger Hinsicht ein ganz ungeeigneter Eingriff, der jedoch ganz der Mentalität des Endes des 19. Jahrhunderts entsprach.

Stadtplatz in Český Krumlov, im Hintergrund die Kirche St. Veit mit dem barocken Turm aus dem Jahre 1893  ein historisches Foto

Geschichte der Hausbewohner:
Náměstí Svornosti Nr. 5-6, Halbgesamtansicht der Fassade Das Haus Nr. 5 war ein zweistöckiges Objekt, das bei der Mündung der Horní Gasse (Obere Gasse) mit einem Schwibbogen mit dem Haus Nr. 4 verbunden wurde. Sein Giebel war dem Giebel des Hauses Nr. 13 und die Fassade dem Haus Nr. 12 ähnlich. Das Haus war im Jahre 1504 im Besitz des Fleischers Mareš, eines geehrten Bürgers und Mitglieds des Stadtrats, Vaters des Krumauer Pfarrers Martin Mareš. Martins Schwester Alžběta war die Gattin des Rosenberger Kanzlers Václav z Rovného. Ein weiterer belegter Besitzer des Hauses war Václav Nyndrtom, der in Jahren 1515 - 1537 Mitglied des Stadtrats war. Das Haus erbte dann sein Sohn Ambrož, der hier einen Bierschank betrieb und sehr ungebunden lebte, sodaß ihn der Stadtrat zwang, das Haus Nr. 5 auf dem Stadtplatz zu verkaufen und im Jahre 1545 in das schlechtere Haus Latrán Nr. 5 umzuziehen. Im Jahre 1545 wurde Besitzer des Hauses der Krämer und Krumauer Ratsherr Václav Pergar. Im Jahre 1587 kaufte das Haus der Kaufmann mit Wein und anderen Produkten, Mikuláš Pidrson, dessen Gattin Dorota die Hauptaktärin der ehebrecherischen Affäre mit dem Stadtschreiber Fridrich Litvín war, der dafür vom Gericht hart bestraft wurde. In den Jahren 1636 - 1639 lebte hier der Hauptmann Jan Baumann. Zum Jahre 1639 wird im Haus das Gasthaus "Zum schwarzen Adler" belegt, wo das Bier gekocht und das Bier und der Wein ausgeschenkt wurde. Seit dem Jahre 1673 gehörte das Haus dem Primas und dem kaiserlichen Trinksteuereinnehmer Lukáš Leonhard oder Leonardi. Das Haus Nr. 6 war ein einstöckiges Gebäude mit einem Renaissancegiebel und den Laubenresten. Im Jahre 1466 lebte hier der Fleischer Boček. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte das Haus den Eheleuten Václav - der Stadtschreiber und Wladika - und Anna Sýkora, im Jahre 1518 verkaufte es der Stadtrat dem Kammerschreiber Václav Hodoňský. Der verkaufte es im Jahre 1553 genauso einem Kammerschreiber, Jiří Strachotínský von Strachotín, der im Jahre 1560 starb und dessen Grabplatte auf dem ältesten Krumauer Friedhof, heute in der Außenseite der St.-Veits-Kirche eingefaßt ist, wo sich der Friedhof befand. Zu Beginn der 70er Jahre des 16. Jahrhunderts besaß das Haus kurzzeitig der Rosenberger Hofweinschenker Baltazar Rettek. Ein weiterer Besitzer des heute schon untergegangenen Hauses war zum Beispiel auch der Faßbinder und später der Stadtrichter und sogar der Krumauer Primator Kašpar Pergar, der jedoch im Jahre 1598, wo "eine Pestwitterung in Krumau war und die Rastherren nicht in das Rathaus kamen", an Pest starb. Ein einziges Jahr hatte das Haus der ehemalige Kammerschreiber Daniel Turek von Vosule im Besitz. Im Haus Nr. 6 wurde genauso Wein ausgeschenkt, was bis zum Jahre 1654 belegt wird. In dieser Zeit war sein Besitzer der Kaufmann Jan Placeda oder Placeta. Im Jahre 1719 hatte das Haus kurz der Seifensieder Jan Dicatana im Besitz, den der Papierhändler Filip Hilbert ablöste. Auch der weitere Besitzer, Řehoř Forko, widmete sich dieser Tätigkeit.

Gegenwärtige Nutzung:
Česká spořitelna (Tschechische Sparkasse)