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Parkán Nr. 111

Parkán Nr. 111, Ansicht von der Parkán-Gasse Lokalisierung:
Parkán Nr. 111

Objektbeschreibung:
Das einstöckige Objekt mit neuklassizistischer Front aus dem Jahre 1871 hat ein mit der Straße paralleles, mit Ziegeln gedecktes Satteldach. Die hintere Front ist im Erdgeschoß die ehemalige Stadtmauer, das erste Stockwerk ist um die Breite des balkonartigen Ganges (Pawlatsche) vergrößert.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Haus entstand in der Zeit der Spätgotik als Anbau an die Stadtmauer. Nach dem Jahre 1568 kam es wahrscheinlich zur Tiefenausdehnung. Der heutige Zustand ist Ergebnis der Umbauten aus dem Jahre 1871, als die Front neu gebaut wurde.

Geschichte der Hausbewohner:
Der erste bekannte Hausbesitzer war Hans Jocher Prökl, dem im Jahre 1568 der Metzger Michal Tanzl folgte. In der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts lebte hier der Weber Walter Frölich. Von 1584 bis wahrscheinlich 1621 gehörte das Haus der Familie Pambhauer, nach der hier bis zu den 50er Jahren des 17. Jahrhunderts Kašpar Winkler wohnte. In den Jahren 1662-1700 gehörte das Haus dem Riemenschneider Michal Weiss. Über die nächsten Hausbewohner im 18. und 19. Jahrhundert wissen wir bisher wenig. Einige Zeit bewohnte das Haus auch die Mutter des Malers Egon Schiele, Marie Schiele, geborene Soukupová (1861-1935).

Gegenwärtige Nutzung:
Das Haus dient zu Wohnzwecken.

Parkán Nr. 111, Ansicht vom Fluss Vltava (Moldau)