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Rooseveltova Nr. 29

Rooseveltova č.p. 29, celek

Lokalisierung:
Rooseveltova Nr. 29

Objektbeschreibung:
Ein erdgeschossiges Gebäude, vom Grundriß her in der Form des Buchstabens L, mit klassizistischer Stirnwand, eingebaut in den Abhang. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoß sind flachgedeckt. Eine der Räumlichkeiten ist oval eingewölbt. Im rechten Teil ist ein Vorraum mit einer Treppe. Das Stockwerk im Niveau der unteren Terrasse ist im vorderen Trakt tonnengewölbt mit und ohne Lünetten. Der rückwärtige Trakt ist flach gedeckt. Der Zubau ist mit böhmischen Kappengewölben versehen. Entlang der rückwärtigen Stirnwand mit Holzgiebel verläuft ein Außengang (Pawlatsche). Der in den Felsen eingemeißelte Keller führt bis unter die Straße.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Objekt entstand in einer unbekannten Zeit, der heutige Zustand des Gebäudes ist das Resultat wohl eines barocken Aufbaus und einer klassizistischen Erweiterung. Das Haus ist bildnerisch sehr wichtig im Verbau im Abhang über der Vltava (Moldau). Durch seine Lage im Abhang wird es ein wichtiges Glied im städtischen Panorama.

Geschichte der Hausbewohner:
Zu Ende der dreißiger Jahre des 16. Jahrhunderts gehörte es mit größter Wahrscheinlichkeit dem Tuchmacher Jakeš (Jakub) Nindrtaim (oder Nyndrtom). Nach dem Tode des Jakeš zu Ende der fünfziger Jahre wurde zum Besitzer des Hauses der näher nicht bekannte Řehoř Kern, der hier im Jahre 1569 belegt wird. Im Jahre 1575 gehörte das Haus dem Maurer Pešek, der etwa 10 Jahre später vom Taglöhner Vaněk (Václav) Lověšický abgelöst wurde. Vaněk starb im Jahre 1618 und seine Witwe Ludmila verkaufte das Haus vielleicht im Jahre 1619 an Jakub Měsíček. In den Jahren 1664 und 1687 wird als Besitzer des Hauses der Hofpflasterer Jiří Widtmann oder Wittemann angeführt, nach ihm erbte es Anežka Widtmannová. In den Jahren 1700 - 1725 lebte im Haus der Müller Vít Kirwischt und nach ihm Florián und Žofie Zwettler. Vom Jahre 1757 an finden wir hier Pavel Gänger, dessen Familie bis zum Jahre 1813 im Haus lebte. Sie wurde von Jan Stifter abgelöst, nach ihm wohnte hier kurz im Jahre 1824 Antonín Probst. Vom Jahre 1825 mindestens bis in die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts gehörte das Haus Anna Kohoutová.

Gegenwärtige Nutzung:
Wohnen - auf dem Niveau des Mittelalters, aber elektrischer Strom wurde hier schon eingeführt !
Sitz des Präsidenten der Firma Rumyší díra