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Soukenická Nr. 41

Lokalisierung:
Soukenická Nr. 41

Objektbeschreibung:
Ein einstöckiges Reihenhaus mit einem Satteldach senkrecht zu der Straße. Die Straßenstirnseite ist dreiachsig, der frühbarocke Giebel mit Obelisken, Voluten und Pilastern, mit kleinen Geldstücken gegliedert, ist mit einem dreieckigen Aufsatz beendet. Die Gestaltung des Erdgeschosses - ein Tiefenzweitrakt, im hinteren Teil des Hauses befindet sich ein Zwischenstockwerk.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Objekt ist mittelalterlichen Ursprungs, wie der Charakter von Kellern andeutet, war es ursprünglich kürzer als heute. Aus dem Renaissance- und frühbarocken Zeitraum stammen die Gewölbe im Erdgeschoß und die obere Halle im 1. Stockwerk: in der Stube im ersten Stock wurde eine Balkendecke mit einem Unterzug mit Flechtbändern, wahrscheinlich auch des Renaissanceursprungs, entdeckt. In den jüngeren Zeiträumen kam es zur Teilung von Räumen im Erdgeschoß und auch im 1. Stockwerk durch Querwände. Der markanteste Eingriff wahr wahrscheinlich die neuzeitliche Einlage der Treppen in den linken vorderen erdgeschossigen Raum. Gegenwärtig kam es zur Korigierung des Vorkriegsladensportals und zur Entfernung einiger eingelegten Querwände.

Entwicklung der Fassade:
Aus der mittelalterlichen und Renaissancezeit wurden keine Funde erfasst. In der Zeit des Frühbarocks um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde wahrscheinlich der bestehende Giebel neu gebaut, gegliedert durch 2 Pilaster und Voluten, Obelisken auf den Seiten mit dem Abschluss mit einem dreieckigen Aufsatz. Die Stirnseite unter dem Giebel gliederte nur ein Eckbossenwerk wechselnder Längen, die älteste festgestellte Farbengliederung: weiß-grau, in der jüngeren Zeit hellgrau-grau, grün-grau.

 

 

 

Im Jahr 1927 wurde die Stirnseite illusionistisch auf eine historisierte Weise /dekorative Barock- und Renaissancemotive/, mit gemalten hellgrauen Ornamenten und einer Quaderrustika auf rotem hintergrund gestaltet. Im Jahr 1938 wurden die Ladenauslage und der Eingang in den Raum des Ladens mit einer Türverdachung vereinigt. Nach der Instandsetzung der Fassade im Jahr 1993 wurde das Objekt mit einem Silikatanstrich in der grün-grauen Farbenkombination versehen. Die historisierte Farbenumgestaltung wurde nicht restauratorisch fixiert.

Bedeutende architektonische Details:

  • plastische Gliederung der Fassade zu der Ganzheit
  • Balkendecke mit dem Unterzug im 1. Stockwerk
  • zurückversetztes Stuckfeld des Gewölbes im linken vorderen Erdgeschoßraum
  • gemaltes Bild an der Fassade, näher nicht bestimmt
  • historischer Kehlbalkendachstuhl im vorderen Teil des Hauses, beseitigt bei dem Einbau des Dachbodens

Geschichte der Hausbewohner: 
Der erste Hausbesitzer war der Mälzer Toman Husků, erwähnt im Jahre 1572. Vor dem Jahre 1600 lebte hier noch Jan Nigrin, den Ondřej Plankl ablöste - das Haus wurde damals als brauberechtigt bezeichnet und gehörte der Familie Plankl bis zum Jahre 1634, als hier Ondřej Klein erscheint. Nach ihm führte das Haus Anna Kleinová, verheiratete Mathäserová von der Grün aus České Budějovice (Budweis). Schon im Jahre 1636 wurde Zachariáš Fleischanderle der Hausbesitzer und fünf Jahre später Ambrož Terwalt - der fürstliche Mälzer aus Černá v Pošumaví. In den Jahren 1657 - 1687 treffen wir hier den fürstlichen Rentschreiber Tomáš Ignác Netolický und seit dem Jahre 1689 dann Zuzana Netolická. Danach erwarb das Haus der fürstliche Hofapotheker Jan Debussi und seit dem Jahre 1698 wohnte hier der Stadtschreiber František Antonín Littera. In den Jahren 1753 - 1786 gehörte das Haus Jan Russ, dem Organist der St.-Veits-Kirche, nach dem der Damenschneidergeselle Jan Schimack kommt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wechselten die Hausbesitzer verhältnismäßig schnell, der Erwähnung wert ist der Fleischer Bernard Watzel, der das Haus in den Jahren 1817 - 1832 bewohnte.

Gegenwärtige Nutzung:
Hotel Seneca