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Sagen und Legenden in der Region Český Krumlov

Rittterrüstung in einem feurigen Kreis, foto:  Libor Sváček Běleč u Malšína
Noch heute zeigen sich die Leute die Stelle im Felsen, wo der Teufel lebte, der am allerliebsten die hiesige Mühle belästigte. Der Müller und sein Müllergeselle lauerten den Teufel auf und schloßen ihn in eine, in einen Holzklotz ausgehöhlte Höhlung ein. Als der Teufel merkte, daß sie ihn samt seinem hölzernen Gefängnis auf der Säge auseinanderschneiden wollen, nahm er all seine Kraft zusammen und brach aus dem Klotz aus. Aus Rache zündete er das Dach der Mühle an, aber dann verschwand er und lies die ganze Gegend in Ruhe.

Benešov nad Černou
Knapp vor der Stelle, an der der kleine Fluß Černá die Gemeinde verläßt, erblickten die Leute die Jungfrau Maria. Sie stand auf einem großen Stein und spülte Windeln. Nach ihrem Verschwinden blieben im harten Stein Abdrücke ihrer Füße und der Falte ihres Mantels.

Nicht weit von Benešov, in einer Höhle unter dem mächtigen Felsen, ist ein riesiger Schatz versteckt, der sich am Palmsonntag in dem Moment öffnet, in dem in der naheliegenden Kirche Osterpassionen gesungen werden. Eine arme Witwe mit einem kleinen Kind nahm ein schwarzes Huhn, das Glück bringen soll, und ging den Schatz suchen. Der Felsen öffnete sich, die Frau legte das Kind und das Geflügel nieder und mit Armen voller Geld, Schmuck und Edelsteine kam sie aus dem Felsen. In dem Augenblick schloß sich der Felsen und der unglücklichen Mutter blieb nichts anderes über, als nach Hause zu gehen. Sie war reich; das schwarze Huhn brachte ihr Glück, aber gleichzeitig auch großen Kummer, weil sie ihr Kind verlor. In einem Jahr kehrte die unglückliche Frau zur Höhle zurück, aber in diesem Augenblick sehnte sie sich nicht nach Reichtum. Als sich der Felsen öffnete, nahm sie ihr neugefundenes Kind und kehrte glücklich nach Hause zurück.

Boletice
Als zwei starrsinnige und streitsüchtige Bauern aus Boletice starben, wurden sie in Gräber nebeneinander begraben. Jede Nacht hörten die Leute, wie sich die beiden Toten auf dem Friedhof verdammen und beschimpfen, und daß so laut, daß die Leute in der Umgebung überhaupt nicht schlafen konnten. Die Nachricht über die streitenden Verstorbenen breitete sich in der Umgebung aus und das Dorf wurde Gegenstand des Spottes. Der alte Pfarrer richtete sich sogar an Rom um Rat. Der Papst selbst antwortete, daß sich die Kreuze in den Stirnseiten beider Gräber den Rücken kehren sollen. Ab diesem Zeitpunkt herrschte auf dem Friedhof von Boletice Ruhe und Frieden.

Černá v Pošumaví
In einer schönen, stillen Nacht fuhren einmal zwei Männer aus Černá nach Plánička durch einen verlassenen und öden Wald. Auf einmal, ganz ohne Anlaß, begab sich das Pferd in einen wilden Lauf, ganz bei der Kutsche ertönte ein kreischendes Gebrüll und ein Schein wie von einem großen Feuer erhellte die Bäume. In die Lüfte erhob sich ein widerliches Tier, daß einer Eidechse glich und dem aus dem Schwanz Funken sprühten. Beide Männer wußten, das ihnen das Ungeheuer erschien, daß Rinderschreck genannt wurde; es scheuchte die Rinder so auf, daß einige Stücke vor Schrecken starben. Auch ihr Pferd war nicht zu bändigen und hielt erst in der bewohnten Gemeinde.

Český Krumlov
Unweit von Český Krumlov, bei einer Feldwegkreuzung standen zwei Steinstatuen. Beide Figuren sahen sich so ähnlich, daß die Leute sie die Steinbrüder nannten und von weitem kamen Pilger zu ihnen. Weil sich bei den Statuen zu viele Menschen versammelten, erteilte der Stadtrat den Befehl beide Statuen zu beseitigen. An der Stelle, wo die Statuen ausgegraben wurden, klafften zwei tiefe Gruben, die auch nicht mit größter Bemühung zugeschüttet werden konnten. Beide Statuen wurden in einer Scheune untergebracht, aus der in den Nächten ein seltsames Licht und eigenartige Stimmen ausgingen. Der Gutsaufseher wurde von Unruhe erfaßt und lies die Statuen wieder aufstellen: die eine, in die sich in der Mitte des Hofes befindenden Kapelle, die zweite in den Wald zur Heiligen Dreifaltigkeit. Und wieder sammelten sich bei den Statuen Menschenmengen an; durch das verminderte sich die Anzahl der Pilger in dem naheliegenden Kájov. Erneut wurde die Entscheidung, die Statuen zu beseitigen, erlassen. Auf Befehl des Budweiser Konsistoriums fuhren zwei Männer die zugedeckten Statuen weg und überall, wo diese schwere Fracht vorbeifuhr, erklangen die Glocken der Kapellen und kleinen Kirchen von selbst. In Budweis verschwanden dann alle Spuren dieses merkwürdigen Gespannes.

Als der reiche Krumauer Bürger Gruntherer alt wurde, der über Nacht so reich wurde, daß er fast nicht mehr wußte, was er mit dem Geld anfangen sollte, begann er unruhig zu schlafen. Er vertraute seiner Frau an, daß er für den Reichtum und das Geld seine Seele dem Teufel verschrieben hat. Die besorgte Gattin bat den Krumauer Prelat um Rat. Dieser mächtige Herr, der wirksam und schrecklich Geister und Teufel beschwören konnte, rief mit einem Wort den Teufel hervor, und begann die Liste, die der Reiche mit eigenem Blut vor Jahren unterschrieb, zu überprüfen. Da bemerkte der Prelat, daß ihm der Teufel zwar eine Verschreibung vorgelegt hatte, aber mit dem Namen eines anderen Krumauer Bürgers. Er benutzte ein noch mächtigeres Zauberwort und der Teufel mußte die richtige Liste bringen. Der Prelat verbrannte beide Verschreibungen und so rettete er beide Bürger vor der Höllenqual.

Auf dem Krumauer Felsen hatte vor langer Zeit eine Räuberbande ihren Sitz, die aus dem Hinterhalt Reisende und Wagen mit Waren überfielen. Die Räuber achteten darauf, damit ihre bösen Taten keine Zeugen hatten, und deshalb brachten sie alle Überfallenen um. Eines Tages fuhr der Bote des Herrn Vítek vorbei, als auch ihn die Räuber überfielen und festnahmen. Der Bote warnte sie, damit sie sich bewußt wurden, daß er den mächtigen Witigonen dient, aber die Schurken achteten nicht darauf. Den Boten hängten sie auf und hackten ihm die Hand, die krampfhaft eine Urkunde umschloß, ab. Die Hand mit dem Schreiben warfen sie in das Tor des Sitzes des Herrn Vítek. Der Herr von der Rose eroberte daraufhin das Räuberlager und brannte es aus. Damit es nie wieder die Zufluchtsstätte von Räubern werden konnte, befahl er hier zum Schutz der Umgebung eine feste Burg zu errichten. Um die Burg wuchs bald eine Stadt auf und es entstand die Notwendigkeit die Straßen zu benennen. Der ersten langen Straße in der Ansiedlung unterhalb der Burg wurde der Sage entsprechend der Name Latrán zur Erinnerung an die Räuberbande verliehen, weil wir in dieser Bezeichnung das lateinische Wort latro hören können, daß Schurke und Räuber bedeutet.

Über der Wiege von Peter Wok von Rosenberg erschien in der Nacht eine weibliche Gestalt in weißer Kleidung und erschrak alle Ammen zu Tode. Sie beruhigte das weinende Kind und erst wenn es einschlief, verschwand sie leise wieder. Die weiße Erscheinung erschien immer als Vorbote des Niederganges eines Adelsgeschlechtes. Als Peter Wok nach Jahren nach Krumau zurückkehrte, lies er sich von einer alten Frau, die früher seine Amme gewesen ist, genau die Stelle beschreiben, wo die geheimnisvolle Erscheinung der Weisen Frau verschwand. Danach wurde in der Gegend bekannt, daß Herr Wok in der Wand einer Schloßkammer einen großen Schatz fand. Der Rektor des Jesuitenkollegs wurde Zeuge einer weiteren Erscheinung; aus dem Fenster des Schlosses blickte eine Frau in weiser Kleidung, das Haus verließen daraufhin sieben merkwürdige Lichter, die sich durch das Flußtal in Richtung nach Rožmberk begaben. Diese Erscheinungen wurden durch den Klang einer Glocke begleitet.

Čertova stěna (Teufelswand)
Den Teufel störte die Errichtung des Klosters in Vyšší Brod, deshalb wollte er in der Schlucht einen Damm bilden, der das Wasser aufhalten und das Kloster überschwemmen würde. Die höllischen Kräfte warfen riesige Steinblöcke in das Flußbett der Moldau, aber die Arbeit sollte fertig werden, bevor der Hahn dreimal krähen würde. Der Höllenfürst mit den bösen Mächten waren aber nicht erfolgreich; durch das dritte Krähen des schwarzen Hahnes endete die Macht des Teufels. Auf dem Klosterturm ertönte eine Glocke und der Teufel mußte den Steinblock fallen lassen, auf dem bis heute der Abdruck seiner höllischen Kralle zu erkennen ist.

Fechter beim Duell, foto:  Libor Sváček

Der große Steinblock oberhalb des Moldauflußes wird Teufelskanzel und die steile Felswand voller Steine unter ihm wird Čertova stěna (Teufelswand) genannt. Diese Felswand hieß in den alten Zeiten Strašidelník. Laut der alten Legenden war dies ein heiliger Ort, wo die alten Slaven den Gott des Guten Svatoroh ehrten. Das Christentum benutzte angeblich die alte Sage zum Erschaffen einer neuen Legende, in der das Schlechte den Teufel und das Gute das Kloster in Vyšší Brod darstellt.

Hrad Dívčí Kámen
Der junge Rosenberger Jobst verfolgte eine Hirschkuh, die beim hohen, über der Moldau liegenden Felsen auf einmal verschwand. Statt dessen erschien auf dem Felsen eine schöne blasse Jungfrau, an die Jobst sein Herz verlor. Das Mädchen glaubte seinen Worten, die durch nichts belegt wurden, nicht. Als Beweis dessen, daß seine Worte wahr sind, ließ Herr Jobst eine feste Burg errichten und benannte sein Werk, nach dem, was seine Errichtung verursachte, Dívčí Kámen. Laut einer anderen Sage, erhörte eine einfache Hirtin den Herrn von der Rose nicht, der aber trug seine Liebe zu ihr bis zum Tode in seinem Herzen und die Burg trägt den Namen nach ihrem steinernen Herzen. Es wird auch erzählt, daß Herr Jobst die Burg für seine fünf Töchter zum Schutz vor der weltlichen Verdorbenheit, errichten ließ. Böse Zungen brachten eine andere Sage in den Umlauf: wenn Herr Jobst, als ungebundener Liebhaber, der verführten Frauen überdrüssig wurde, führte er sie zu dem Felsen und in einem geeigneten Augenblick stieß er sie in den Fluß runter. Die Knochen vieler Mädchen liegen bis heute auf dem Grund der Moldau, aber niemand traute sich den mächtigen Rosenberger vor das Gericht zu rufen.

In den Burgruinen bewacht ein Wicht einen großen Schatz. Wer den Wicht erblickt, ihn schön begrüßt und ihn nicht auslacht, entdeckt den Schatz. Ein arm gewordener Bauer wollte von den Ruinen Steine zum Bau eines neuen Hauses nehmen. Hinter seinem Rücken nieste jemand. Der Bauer sagte "Gesundheit", aber als er niemanden erblickte, dachte er, daß jemand aus dem Dorf sich über ihn lustig macht. Auf das dritte Niesen antwortete er mit einem Fluch. In dem Augenblick wurde es dunkel, aus den Sprüngen der Steine sprangen merkwürdige Wichte mit Flöten und Trommeln hervor und tanzten um den armen Bauer herum. Dann verwandelte sich der ganze Umzug auf einmal in Stinktiere, Füchse, Wildschweine und Bären. Der Bauer wurde vor Schrecken ohnmächtig. Der Schatz wartet also noch immer auf einen gut erzogenen Menschen.

Dolní Vltavice
Bei der täglichen Weide der Herde des Pfarrers erschien vor der Hirtin eine gekrümmte alte Frau, der ihre schneeweißen Haare wirr und unordentlich in das Gesicht hingen, ihre Hände, Füße, Hals und auch die Schultern waren mit Moos bedeckt. Die merkwürdige alte Frau bat die Hirtin, ob sie sie nicht kämmen könnte; das Mädchen wollte nicht recht, aber dann begann sie der alten Frau mit zitternden Händen die verknoteten Haare zu entwirren und zu kämmen. Als sie den Kopf der alten Frau berührte, merkte sie, daß ihr Körper kalt wie Eis war und nach einer Weile konnte das Mädchen ihre plötzlich kalt gewordenen Hände nicht mehr heben. Die alte Frau schüttete der Hirtin trockenes Laub in die Schürze und verschwand. Das verwunderte Mädchen fand zu Hause in ihrem Kleid ein vergessenes schönes Geldstück. Viele suchten dann diese merkwürdige, mit Moos bedeckte Frau, damit sie von ihr auch ein so großzügiges Geschenk erhielten.

Frýdava u Frymburka
In den Feldern beim Bach befindet sich ein kleiner Felsen, Ďáblův kámen (Teufelsstein). Heute ist er schon fast ganz verschwunden, weil dort die Leute Gestein für ihre Bauten brachen; aber einst verschrieb sich bei ihm ein armer Geselle mit eigenem Blut dem Teufel, damit er ihm beim Glückspiel hilft. Der Jüngling lebte besser als früher, aber es näherte sich der Zeitpunkt, an dem er zum Ďáblův kámen (Teufelsstein) kommen sollte, damit ihn der Teufel mitnehmen konnte. Auf dem Weg dorthin, gestand er seinem gottesfürchtigen Nachbarn seine unlauteren Verbindung ein. Dieser gemeinsam mit dem Pfarrer aus Frýdava entrissen den Geselle mit großem Bemühen den teuflischen Klauen und der erlöste Jüngling tat Buße.

Zwei im Wald arbeitende Jünger blieben einmal wegen einem Unwetter bis in die Frühe im Wald in einem Heuschuppen. Um Mitternacht hörten sie Jagdgeräusche und einer von ihnen, der seine Angst vor dem gespensterhaften Nachtjäger nicht zeigen wollte, schrie den Jagdgeräuschen zu, daß er sich wünsche, daß auch für ihn die wilden Jäger etwas erlegen. Es erklang ein schrecklicher Knall und vor dem Tor des Heuschuppens lag ein faulender Kadaver eines Rehbockes. Den Jüngern, gelang es nicht, obwohl sie machten was in ihren Kräften lag, den Kadaver zu vergraben und an dem Jünger, der so gewagt dem Nachtjäger zurief, blieb ein Leichengeruch haften, wegen dem ihn alle mieden. Erst auf den Rat eines erfahrenen alten Mannes aus Frymburk beschaffte sich der Jünger ein Altartuch, wickelte den toten Rehbock in dieses ein und mit größter Überwindung biß er in das tote Fleisch. So wurde er die Folgen seiner Unbesonnenheit los.

Frymburk
Als eines Tages der auf der Wiese bei Frymburk arbeitende Bauer lange nicht nach Hause zurückkehrte, gingen sie ihn suchen. Aber auf der Wiese fanden sie nur seine Pantoffeln. Es blieb Unklar, was mit ihm geschehen sein konnte; dreißig Jahre darauf erschien er auf einmal im Dorf, und mußte den ganzen Weg in Socken absolvieren, weil sie ihm damals die Pantoffeln von der Wiese weggetragen haben. Er erzählte, daß er ins Jenseits geriet, wo eine Mänge kleiner und großer Kerzen brannten und jede von ihnen das Leben eines Menschen darstellte. Er konnte dann jedem sagen, wie lange er noch leben würde und was ihn im Jenseits erwartet. Die Leute, neugierig auf ihr Leben nach dem Tode, zahlten für seine Geschichten, bis ihn der hiesige Pfarrer in das Pfarrhaus einschloß, damit er den Leuten nicht Geheimnisse aus dem Jenseits verraten konnte.

Hodňov
Der Urahne der Giganten von Šumava (Böhmerwald), eine stämmige Tanne, ragte vor vielen Jahren im Wald bei der oberösterreichischen Grenze zum Himmel empor. Ein ähnlicher Gigant wuchs damals im Bayerischen Wald; daß war die Urahne. In dem Augenblick, als der Urahne unter den Axten der Waldarbeiter zu Boden stürzte, erbebte auch der stattliche Stamm der Urahne und auch ihr Gipfel fiel zu Boden.

In der Umgebung von Hodňov kümmerten sich die Teufeln um die Aufbesserung der Kartenspieler und der Lästerer. Als einmal ein leidenschaftlicher Kartenspieler seine auf den Boden gefallene Karte aufheben wollte, bemerkte er, daß seine unbekannten Mitspieler Hufe haben. Entsetzt rannte er davon; statt des gewonnenen Geldes hatte er in den Taschen nur Pferdemist. Einen schrecklichen Lästerer fing wiederum ein Teufel in seine Klauen und schleuderte ihn in eine Pfütze. Auf einen fluchenden Burschen, machte ein mit Funken glühender Teufel von der über der Quelle liegenden Linde aus schreckliche Grimassen. Es ist also kein Wunder, daß sich alle diese Sünder auf einmal besserten.

Aus einem Teich von Hodňov verschwanden eines Tages alle Fische und jede neue Brut ging sofort ein. Dem unglücklichen Teichheger gab ein herumziehender Teichgräber den Rat, daß er den bösen Fluch des toten Wassers, durch Opferung eines unschuldigen Kindes brechen müsse. Der Teichheger machte sich also auf den Weg, fing ein kleines Zigeunerkind, schloß dieses in ein Faß und warf es ins Wasser. Der Teich lebte wieder auf; es waren so viele Fische darin wie noch nie zuvor. Nur den Teichheger quälte sein Gewissen, daß er den bösen Fluch durch eine schlechte Tat brach und ein Menschenleben vergeudete. Durch den Gram wurde er schnell alt und erkrankte. Da hörte er zufällig die Geschichte eines herumziehenden Zigeuners, daß ihn, als er ein Kind war, ein verückter Bauer fing und in einen Bottich einschloß; der Deckel wurde aber schlecht zugeschlagen, und so gelang es dem Zigeunerkind zu fliehen. Ab diesem Augenblick konnte der Teichheger wieder ruhig schlafen.

Horní Planá
Der Eigentümer der Hammer-Mühle Höpfler fürchtete den Tod und auch den Teufel nicht. Einer der Gesellen, die den Mut des Müllers prüfen wollten, verkleidete sich als Teufel und mit höllischen Murmeln stieg er in der Nacht in die Stube. Der Müller ging ruhig zum Tisch, nahm ein Messer und fragte drohend, ob der teuflische Besucher rotes oder schwarzes Blut habe. Als er sich mit dem Messer näherte, rannen die böswilligen Gesellen davon.

Im Dorf bei Horní Planá lebten zwei Nachbarn: einer wirtschaftete schlecht und saß in den Wirtshäusern herum, der andere war fleißig, rührig und enthaltsam und sein Bauernhof blühte nur so auf. Der nichtsnutzige Bauer erblaßte vor Neid, und sah in dem Erfolg des Nachbarn einen Zauber. Haßerfüllt zündete er den prosperierenden Bauernhof an. Als er die Folgen seiner Tat sah, bat er den abgebrannten Nachbarn, um Vergebung seiner bösen Tat und versprach, daß er für den Bau des neuen Bauerngutes als Buße umsonst das Holz aus seinem Wald zur Verfügung stellen würde. Als sich der abgebrannte Nachbar zu dem Brandleger mit Zeugen begab, die ihre Abmachung bestätigen würden, fanden sie den schlechten Bauer auf dem Bauch mit dem Gesicht in einer Öffnung im Eis des seichten Baches liegen. Der Teufel selbst zwang ihn, sich das Leben zu nehmen, weil er eine Seele, die durch Vergebung erlöst werden würde, nicht entbehren wollte.

Auf dem Bauernhof dienten zwei gleichaltrige Knechte: der eine war dünn und mager, von Tag zu Tag schwand er, verlor sich vor den Augen, der andere war wiederum gesund und strotzte nur so vor Kraft. Der kranke vertraute sich seinem starken Freund an, daß ihn jeden Samstag die Bäuerin in ein Pferd verwandelt und auf ihm auf den Gipfel des Třistoličník (Dreisesselberg) zum Hexensabbat reitet. Der starke Knecht wollte ihm helfen, und so tauschten sie am Samstag ihre Betten. Um Mitternacht verwandelte die Bäuerin den Starken tatsächlich in ein Pferd; als sie am Třístoličník ankamen, band sie ihn an einem Baum fest und der Knecht sah sich die beim Hexentreffen begangenen Greueltaten an. Es gelang ihm die Zügel abzuwerfen und er erschien in seiner menschlichen Gestalt, er warf der Bäuerin das Pferdegeschirr über den Kopf und verwandelte nun sie in ein Pferd. Durch Schläge und Tritte jagte er sie durch die Luft nach Horní Planá, er weckte den Schmied und bat ihn, das sich wehrende Pferd zu beschlagen. Als der Bauer am nächsten Tag seine Frau weckte, fand er sie mit an Händen und Füßen festgenagelten Hufen auf. Die Bäuerin wurde dann als eine dem Teufel dienende Hexe verurteilt und öffentlich verbrannt.

Der fromme Pfarrer aus Horní Planá nahm sich vor, daß er mit allen Kräften Hexen bekämpfen wird, die sich in dieser Zeit vermehrten und den Leuten schadeten. Die meist gefürchteten waren diejenigen, die Gewitterwolken brachten und mit Hagel die Ernte niederschlugen. Bis nach Horní Planá gerieten aber solche Gewitter nie; der Pfarrer weihte die Kirchenglocken mit einem seltsamen Segen ein und deren Klang hatte dann die Macht jedes Gewitter samt den Hexen zu verscheuchen. Einmal kam das Unwetter so rasch, daß der Kirchendiener es nicht mehr vom Feld bis zum Glockenturm schafte. Der Pfarrer schoß eine geweihte Glaskugel in die Wolken, der Wind legte sich und vor die Kirche sank eine ungemein häßliche alte Frau von oben herab. In ihr wurde eine Hexe erkannt und die Leute schufen eine großen Holzhaufen herbei, um sie verbrennen zu können. Der Hexe wurde der letzte Wunsch erfüllt: das Wollknäuel, daß sie ihr reichten, warf sie zum Himmel empor und wie ein Blitz fuhr sie in die Wolken. Den Höllenmächten gelang es zwar ihre Dienerin zu retten, aber die Ernte blieb unversehrt.

Hořice na Šumavě
Die Bewohner von Hořice fürchteten einen Bürger, der seine seltsamen, in der Welt gesammelten Kenntnisse zu seinem Vorteil nutzen konnte. Einen Dieb, der ihm aus seinem Stall ein Schwein stehlen wollte, ließ er mit Hilfe einer geweihten Kreide und Magie, für die ganze Nacht erstarren und erst in der Frühe entließ er ihn durch ein Wort. Doch eine arme Alte, die ihm Klee stahl, tötete der Bürger durch einen unglücklichen Zufall. Er verschlief und die gefrorene Diebin verbrannte die Morgensonne zu Asche. Ab dieser Zeit büßte der unglückliche Mann in Form von fünfundzwanzig Wallfahrten nach Mariazell. Auf dem letzten Weg dahin überfiel ihn große Müdigkeit und er, überwältigt von dem Gefühl der Verzweiflung, hängte sich an einem Baum beim Weg auf.

Gottesgericht, foto:  Libor Sváček

Tvrz Chlum
Zu der Feste in Chlum bezieht sich eine Sage, über einen geheimnisvollen Gang, der hier begann, und nach einem einstündigen Weg hinter dem Dorf endete.

Kájov
Einen Mönch, der glaubte, daß nur die Jungfrau Maria von Kájov für ihn Vergebung und Verzeihung erbitten kann, überfielen bei seiner Wanderung Räuber und hackten ihm den Kopf ab. Der Kopf des Mönchs rollte weiter, seufzte und rief, daß er einen Priester möchte, daß er beichten möchte. Erst als der armselige Kopf, mit Blut und Schlamm bedeckt, mit seiner Bitte bei der Wallfahrtskirche in Kájov ankam und der Pfarrer die Beichte aus dem blutigen Munde anhörte und ihm Absolution erteilte, verstummte der rufende Mund und die Augen schlossen sich. Der Kopf und der Leib des Mönches, der von den Pilgern herbeigebracht wurde, befinden sich auf dem Friedhof in Kájov.

In einem abgelegenen Bauerngut nicht weit von Kájov entfernt, lag ein habgieriger Bauer im Sterben und seine Erben versprachen, daß sie ihm im Sarg unter seinen Kopf das Kissen, auf dem er starb, legen werden. Als sie dann die Erbschaft einzutreiben begannen, und sie dieses nicht errechnen konnten, fiel ihnen ein, daß sich der Verstorbene sein Geld ins Grab mitnahm. Sie gruben den Sarg aus und öffneten diesen; der Verstorbene lag auf dem Bauch und seine steifen Hände umklammerten den Polster mit dem Geld so fest, daß den Verwandten nichts anderes überblieb, als den Sarg zuzumachen und den Geizhals erneut samt seinem Schatz zu begraben.

Bei den Burgruinen bei Kájov konnte in den Nächten eine Kutsche, die von feuerschnaubenden Pferden gezogen wurde und in der eine schwarz gekleidete Frau mit einem goldenen Schlüssel in der Hand saß, gesehen werden. Unter den Ruinen öffnet sich ab und zu ein Weinkeller voller Fässer, aber den Eingang hütet ein riesiger wütender schwarzer Hund. Einmal sammelte an dieser Stelle eine arme Frau erfreut eine ganze Schürze voll Taler ein, aber sie bemerkte ein graues Männlein, das ihr hinterherlief, daß sie nur Hühnerkot wegträgt. Wahrhaftig, in der Schürze befand sich nichts anderes. Wütend entleerte sie diese, aber zu Hause fand sie einen hinter dem Band versteckten Taler. Ein anderes Mal brachte von den Burgruinen ein kleiner Junge vier gelbe Scheiben und als er sie zu Hause zeigte, waren es Taler. Eine unangenehme Sache passierte einem Knecht, der an diesem Ort abends ein Lied vor sich sang - eine unsichtbare Hand gab ihm eine wuchtige Ohrfeige und nur knapp lief er dem Hund mit den glühenden Augen davon.

Bei dem Brand des Pfarrhauses und des Schulgebäudes in Kájov wurde auch die Kirche erheblich beschädigt. Es wurde mit der Errichtung einer neuen Kirche begonnen, und das an der Stelle, an der bis heute die Kapelle des Fronleichnams Christi steht. Die Arbeit ging schnell voran, aber in der Nacht wurde ein merkwürdiges Geräusch vernehmbar und am Morgen fand man die Baustelle zerstört auf. Das Gestein wurde an eine andere Stelle gebracht und dort geordnet. Dies wiederholte sich drei Nächte lang, bis endlich entschieden wurde, die Kirche dort zu errichten, wo die Leute jeden Morgen merkwürdig vorbereitete Bausteine fanden. Es wird auch von einem Dachdecker erzählt, der bei den letzten Arbeiten vom Dach der Kirche runterstürzte. Die Zuschauer versteiften vor Schreck, aber der Handwerker stand ohne die kleinste Verletzung auf, nahm sein Werkzeug und ging seiner Arbeit wieder nach.

In der Nähe der Kirche befand sich in einer steinernen Kapelle eine Quelle mit wunderbewirkendem Wasser, die viele kranke Leute aufsuchten. Einer von ihnen war auch der Dorfrichter des nahen Záhorkov, der an beiden Beinen gelähmt war und sehr unter seiner ständigen Bettlägerigkeit litt. Eines Nachts hatte er einen lebhaften Traum, in dem ihm die Statue der barmherzigen Jungfrau Maria von Kájov erschien, die zu ihm sprach und ihn aufforderte, sich in dem wunderbewirkenden Wasser der Quelle von Kájov zu waschen. Der Richter befolgte dies, weil er die wunderbewirkenden Statue der Gutwirkenden von Kájov in großer Ehre hielt, über die erzählt wurde, daß sie in den Nächten, eingehüllt in einen himmlischen Schein, von singenden Engeln umgeben, leuchtet. Der Richter lies sich mit dem Wasser waschen, das er von einem Knecht bringen lies. Er fiel daraufhin in einen tiefen Schlaf, als er erwachte, merkte er, daß er gesund ist und wieder gehen kann.

Feste Kladenské Rovné
In den Teich, der später trockengelegt und in eine Wiese umgewandelt wurde, fiel einst eine alte Dienerin. Aus Angst vor dem Ertrinken bat sie den dortigen Wassermann um Rettung; der Wassermann führte sie in sein Quartier zu einer Spindel und befahl ihr, das Flachs für seine neuen Kleider zu spinnen. Die arme Frau spann bereits drei Jahre, aber das Flachs wurde nicht weniger. Bis sie einmal träumte, daß sie den Strähn umdrehen soll. Sie machte dies und sofort war sie mit der Arbeit fertig. In dem Augenblick geriet sie nach Hause mit einer Tasche voller Taler.

Einmal beschützte die Jungfrau Maria eine junge Frau aus dem Dorf vor den bösen Mächten. Das Mädchen mähte Gras und auf einmal erbebte die Erde unter ihr und vor ihr erschien mit seltsamem Lachen ein Teufelsjünger. Halb tot vor Angst hielt sie sich unwillkürlich an einem unweiten Stein fest. Als sie zu sich kam, war der Teufel verschwunden und im Stein, an den sie sich stützte, erblickte sie die Abdrücke nackter Füße. In der Weite sah sie eine Frau in einem langen Mantel mit einem Kind in den Armen.

Kleť
Auf dem höchsten Hügel des Blansker Waldes stand eine feste Burg und in dieser herrschte der gerechte Wladika Hrozen. Er hatte eine Tochter, gutmütig und liebreizend, die sie Krasava nannten. Es umwarben sie viele Freier und besonders ein stattlicher Jüngling mit braunen Wangen und funkelndem Blick, über den man sagte, daß er Beelzebub selbst sei. Als der Fürst der Hölle merkte, daß seine Verwandlung enttarnt wurde, schwor er auf Rache, weil er von der Krasava einen Korb bekam. Eines Tages, als alle von der Burg zur Jagd fuhren, entfesselte Beelzebub über Kleť ein schreckliches Gewitter; er brach die festen Burgmauern ein und warf das Gestein in alle Richtungen. Ein irrender Mönch, der zufälligerweise vorbei ging, erhob sein Kreuz und verjagte den Beelzebub in die Hölle. Die Steinblöcke, die bis heute am Gipfel von Kleť liegen, sind die Überreste des mächtigen, durch den Teufel zerstörten Sitzes.

Burg und Kloster Kuklov
Bei der Invasion des schwedischen Heeres in das Kloster in Kuklov wurden einige Mönche niedergeschlagen und der Rest der Ordensbrüder, die es nicht schafften, durch einen geheimen unterirdischen Gang zu flüchten, wurden gefangen und an einer großen Linde vor dem Kloster gehängt. Einer der geretteten Mönche, der fromme Bruder Erazim, lies sich nach diesem Ereignis in dem tiefen Hochwald des Blansker Waldes nieder, wo er auf der Waldlichtung bei einem Felsvorsprung eine Einsiedlerhütte errichtete. Der Einsiedler, der ständig im Gebet weilte und in der Gesellschaft einer zahmen Hirschkuh lebte, wurde bald zu einem viel gesuchten geistlichen Ratgeber der Landleute aus den umliegenden Dörfern. In einem strengen Winter aber, wurde der Einsiedler durch wilde Tiere zerrissen. Die Überreste seines Leibes wurden neben der Einsiedlerhütte begraben. Ab diesen Zeiten hieß dieser Ort zum Andenken an den frommen Einsiedler, der dank der Farbe seiner Mönchskutte als der schwarze Mann bezeichnet wurde, U černého muže (Beim schwarzen Mann).

Die kleine Burg Louzek
Auf dem steilen Felsen oberhalb der Malše befinden sich die Ruinen der Burg Louzek, dessen Eigentümer ein böser und grausamer Ritter gewesen ist. Eines Tages kam ein Pilger aus Jerusalem auf die Burg und warnte den grausamen Burgherren vor einer gerechten Strafe. Der Ritter beachtete dies nicht und lies den armen Pilger in das Burgverlies werfen, wo er durch Hunger, Skorpione, Fledermäuse, Molche, Kröten und Ratten gequält wurde. Als der Gefangene starb, verbreitete sich dieses abscheuliche Ungeziefer in der ganzen Burg. Die entsetzten Bewohner flohen und den grausamen Herren bissen diese giftigen Wesen bei lebendigem Leibe zu Tode. Seit dieser Zeit ist die Burg unbewohnt und ihrem letzten Eigentümer, der mit einem Jammern und Wehklagen in der Nacht durch die Ruinen schreitet, kann nicht mehr geholfen werden.

Einmal zu Weihnachten liefen Schweine aus dem Schweinestall des Bauernhofes unter der Burg davon und der Hirte lief ihnen nach. Die verlorengegangene Herde war nicht zu finden. Erst wieder zu Weihnachten erschienen die Schweine samt dem Hirten wieder. Der Junge erzählte dann, daß er die Schweine in den unterirdischen Gängen des Louzek verfolgt hätte; er ahnte aber nicht, das dies ein ganzes Jahr gedauert hat.

In den Burgruinen siedelten schreckliche Räuber. Vom Keller aus führte ein unterirdischer Gang bis zu einer alten Linde und bei dieser spannten die Räuber in der Nacht einen Draht mit einer Glocke darauf. Nach dem Zerfall der Räuberbande blieb in den Burggängen ein Schatz. Wer die Überreste der alten Linde finden würde, der kann sich den Schatz nehmen, er muß aber die Hälfte religiösen Zwecken widmen.

Pernek
Merkwürdige, aber wirkungsvolle Brandschutzmaßnahmen machte ein Schornsteinfeger, als, nachdem ein Blitz eingeschlagen hat, ein Holzhaus mitten in der Gemeinde zu brennen anfing. Der Schornsteinfeger betete kurz und rannte um die bereits brennenden Häuser so schnell wie möglich so herum, daß er immer an einer Seite ein Anwesen hatte, daß das Feuer noch nicht ergriff. Die Flammen benahmen sich so, wie wenn sie ihn an dem Beenden eines Kreises um die Gemeinde herum hindern wollten, aber all das Feuer, sobald der Schornsteinfeger vorbeilief, fing zu flackern an und wurde immer schwächer. So geschah, daß nur vier der Anwesen verbrannten und alles andere unbeschädigt blieb.

Die kleine Burg Pořešín
Der mächtiger Steinblock oberhalb des Flusses Malše hat auf seinem Gipfel eine Vertiefung, in der sich die Räuber, die auf der Burg Pořešín hausten, das Blut abwuschen, damit sie mit sauberen Händen in die Burg eintraten. Der Steinblock wurde die blutige Schüssel genannt. Der Herr von Pořešín mit seiner Räuberbande überfielen die Wagen der Händler auf dem Handelsweg nach Österreich. Es wird erzählt, daß nach der Eroberung des Pořešín der raubende Ritter auf einem Birnenbaumwildling gehängt wurde, aber es wurde auch erzählt, daß er bei jenem Steinblock geköpft wurde und daß sein Kopf in die Mulde als Futter für die Raben geworfen wurde. Wegen seiner bösen Taten muß der Ritter von Pořešín in der Nacht die Burgruinen umrunden. Einmal brach ein Hirte aus Pořešín zu den Burgruinen auf, um einen Schatz zu finden. Es erschien ihm ein schreckliches Frauengespenst und diese belehrte ihn, wie er den verwandelten Ritter erlösen und den Schatz finden kann. Als der Hirte die mühselige Aufgabe beinahe schon hinter sich gebracht hatte, hörte er eine Stimme, die ihm zurief, daß sein Vieh im Korn sei. Weil es ein pflichtbewußter Jügnling war, vergaß er seine Mission und drehte sich um; in dem Augenblick verschwand alles und zur Schatzbehebung und auch zur Erlösung des Ritters kam es nicht. Den Fluch konnte dann nur noch durch Kinder, die in aus drei im Dorf wachsenden Linden geschnitzten Wiegen gewogen wurden, gebrochen werden. Irgendein Bauer pflanzte zwar drei Linden in Pořešín an, machte aber aus ihnen Wäschetröge; so also wartet der Ritter von Pořešín bis heute auf seine Erlösung.

Burg Rožmberk nad Vltavou
Wie auf den anderen, den Rosenbergern gehörenden Burgen und Schlössern erscheint auch auf dem Rožmberk die Weise Frau, die in der Nacht in der Burg herumgeht und durch die Farbe ihrer Kleidung die kommenden Geschehnisse ankündigt. Schwarze Kleidung bedeutet tragische Nachrichten, im Gegensatz zur weisen Farbe, die gute Nachrichten ankündigt. Zuletzt wurde die Weise Frau angeblich während des II. Weltkrieges gesehen, als sie durch ihre Anwesenheit die Meinungsverschiedenheit mit der auf dem Turm plazierten Naziflagge ausdrückte. Das Vorbild der Weisen Frau ist Perchta von Rosenberger (1429-1476), die Tochter von Ulrich II. von Rosenberg, die sich in einer unglücklichen Ehe zu Tode quälte.

Rožmitál na Šumavě
Eines Tages erblickte ein Müller auf der Wiese eine Schlange mit einer goldenen Krone auf dem Kopf. Er breitete ein weises Tuch auf den Boden aus, die Schlange schlängelte hin und legte dort die Krone ab. Der Müller rannte mit dem Tuch schnell nach Hause, er machte alle Fenster und Türen fest zu. In diesem Augenblick warfen sich tausende Schlangen mit einem Zischen gegen das geschlossene Tor und die Fensterbänke das Hauses des Mannes, der ihrer Königin die Krone stahl. Aber vergebens. Ab dieser Zeit verlief in der Mühle alles bestens.

Rychnov nad Malší
In der Kirche der Hl. Dreifaltigkeit wurde in Stein das Erlebnis eines Kaufmannes eingemeißelt, der sich sein Stück Brot mit einer um ihn herumrennenden Maus teilte. Die Maus brachte ihm dafür aus ihrem Versteck kleine Goldstücke. Der Kaufmann schob die Erde zur Seite und fand einen goldenen Schatz; dessen eine Hälfte er in Rychnov zwischen die Armen verteilte und für die andere Hälfte lies er eine Kirche errichten.

Als die Jungfrau Maria durch die Dorfumgebung ging, stieg sie auf einen großen Stein, um sich umzusehen. Der Stein brach auseinander und es entstand ein Sprung, der sich ab dieser Zeit ständig verbreitert. Wenn er so breit wird, daß ein beladener Wagen durchfahren kann, kommt das Ende der Welt.

Wallfahrtskirche Svatý Kámen
Im Jahre 1634 fällte der Maurer Šimon Stepinger aus Rychnov nad Malší einen Baum, der in der Nähe eines heiligen Steines wuchs, um Holz zum Heizen zu haben. Als er aber zu Hause mit dem Holz aus dem erwähnten Baum heizte, näherte sich seine dreijährige Tochter dem Feuer so unvorsichtig, daß ihre Kleidung Feuer fing. Der verzweifelte Vater des schwer verbrannten Kindes machte sich Vorwürfe, daß er den bei der heiligen Stelle stehenden Baum gefällt hat, und er bereute seine Tat zutiefst. Er betete inständig zur Jungfrau Maria, damit sie sein Kind rette. Das Gebet wurde erhört und die Tochter wurde bald wieder gesund. Die Nachricht über diese Tat breitete sich schnell aus und die Leute begannen diesen sehenswürdigen Ort häufig zu besuchen, wo sie die Jungfrau Maria um Hilfe in den verschiedensten Angelegenheiten baten.

Velešín
Um Velešín herum erschienen in der Nacht Lichtlein - Irrlichter. Es waren die Seelen der Leute, die zu ihren Lebzeiten die Meilensteine, die ihre Felder abgrenzten, versetzten. Nach dem Tode wurden die Seelen dieser Diebe in irrende Lichtlein verwandelt und sie erscheinen gerade an den Stellen, wo sie ihren Nachbarn um ein Stück Feld oder Wiese bestahlen.

Svéráz, Friedhof

Andere irrende Lichtlein sind die Seelen von Selbstmördern, die nach ihrem Tode außerhalb der geweihten Erde des Friedhofes begraben wurden. Die Seelen werden nicht zur Ruhe kommen, solange jemand ihre Leiber nicht ordentlich begräbt.

Einmal fuhr ein Fuhrmann in der Nacht von Velešín in die Richtung des Hügels von Netřebice. Auf einmal waren so viele irrende Lichtlein auf dem Wagen, daß er nicht mehr weiterfahren konnte. Vor Angst fing er an zu beten, aber je mehr er betete, um so mehr Irrlichter waren auf dem Wagen. Der Fuhrmann begann also zu fluchen - und die Irrlichter verschwanden sofort und er konnte den Weg fortsetzen.

Das letzte Mal wurden die irrenden Lichter im Februar des Jahres 1882 gesehen.

Die kleine Burg Vítkův hrádek
Über familiäre selbstmörderische Neigungen und über die menschliche Bosheit erzählt eine Geschichte einer Einsiedelei die Růžový Vrch (Rosenhügel) genannt wurde, wo ein armer Waldarbeiter mit vielen Kindern lebte. Als seine Frau starb, wurde er aufgehängt im Wald gefunden. Sein Bruder, dem im Leichenhaus bewußt wurde, daß es eine Schande für die ganze Familie war, konnte sich nicht halten und gab dem Toten eine Ohrfeige. Ab diesem Augenblick an mußte er an seinen verstorbenen Bruder ununterbrochen denken; er bereute seine Tat und auch, daß er sich nicht um die Kinder seines Bruders gekümmert hat, sodaß er sich auf dem Weg zu seiner Hütte aufhing. Der jüngste Bruder, anscheinend von der Familientradition geführt, damit er den Herumstehenden zeigen wollte, daß er besser als seine toten Geschwister ist, gab dem Toten zwei Ohrfeigen. Böswillige Leute beleidigten, beschimpften ihn und lachten über sein Leid in dem Maße, daß er sich auf der Linde hinter dem Dorf aufhing. Nicht einem dieser Toten wurde ein Grab in geweihtem Boden vergönnt, alle wurden ohne Priester auf einem verlassenen Ort vergraben.

Im Wald, der die Ruinen des Vítkův Kámen, und auch die Kirche des St. Thomas, umgab, hörten die Leute in der Nacht Rufe und Jammern. Ein Heger, welcher der Sache auf den Grund gehen wollte, versteckte sich in der unweiten Kirche und um Mitternacht erblickte er eine Erscheinung ohne Kopf, wie sie in einem Priestergewand auf einem Steinblock sitzt und die Worte der heiligen Messe aufsagt. Als der Priester sein Gebet beendete, lag sein Kopf mit einem traurigen und niedergeschlagenen Gesicht bereits zwischen seinen Schultern. Er sah den Heger und warf ihm traurig vor, daß er hundert Jahre seiner Buße zunichte machte. Er büße angeblich dafür, daß er wegen einer Frau seine Mission als Priester entweihte und sich danach das Leben nahm. Zur Strafe muß er Tausend Nächte im Wald eine Messe ablegen. Auf den Rat des Pfarrers beteten die Bewohner der umliegenden Dörfer für den irregeführten Priester und ab dieser Zeit wurde das nächtliche Jammern aus dem Wald nicht mehr gehört.

Kloster Vyšší Brod
An der Stelle, wo heute das Kloster in Vyšší Brod steht, befand sich früher eine hölzerne Wallfahrtskapelle der heiligen Anna, wohin sich eines Tages Herr Wok begab. Die Oberfläche des Flusses stieg nach dem Regen, die Furt war hoch und der wilde Strom fing an den Reiter samt dem Pferd davonzutragen. In seiner Not legte Wok einen Schwur ab, daß falls er der Gefahr entgeht, neben der Kapelle ein Kloster und eine Kirche errichten läßt. Eine andere Sage erzählt, daß Herr Wok von Rosenberg ein Kloster gründete zum Dank für seine glückliche Rückkehr aus dem Krieg in Bayern.

Seltsame Dinge geschahen in einem kleinen Wald bei Vyšší Brod. Zwei Frauen sammelten Reisig, als sie auf einmal einen Jäger erblickten, der vor dem Stadttor einer seltsamen Stadt mit Palästen und Türmen stand und beide Frauen reinbat. Es erschraken beide und sie verloren einander. Erst als eine ihre Jacke auszog und den rechten Ärmel umdrehte, verschwand die Erscheinung und sie erkannte den Weg aus dem Wald. Beide Frauen irrten so in dem kleinen Wald einen ganzen Tag herum.

Ein böser und geiziger Bauer aus einem Dorf bei Vyšší Brod lag im Sterben; als der Priester, der ihn mit der letzten Ölung versogen kam, das Kästchen mit der vorbereiteten Hostie aufmachte, merkte er, daß die Hostie verschwunden war. Schnell ging er in die Kirche zurück, um eine andere zu holen, aber der gierige Bauer starb inzwischen. Nach einiger Zeit fand der neue Eigentümer des Bauernhofes bei der Instandsetzung unter der Schwelle eine schneeweise unversehrte Hostie, die er in die Kirche trug. Dem Pfarrer gestand dann eine Frau, daß sie dem verstorbenen Geizhals riet, unter die Stallschwelle eine geweihte Hostie zu legen, damit sein Vieh gedeiht. Dadurch erklärte sich, warum es dem Ungläubigen nicht erlaubt war, die Sterbesakramente anzunehmen.

Unweit von Vyšší Brod setzte sich eine Frau mit einem Kind in den Armen auf eine hohen Stein. Beim Ruhen störten sie die Hirten durch ihr Geschrei und das schnalzen der Peitschen. Als die Hirten zu der Stelle kamen, an der sie vor kurzem die Frau mit dem Kind sahen, wurden sie plötzlich still. Die Jungfrau Maria hinterließ im Stein die Abdrucke ihrer nackten Füße und ein Sitzbrett.

Kloster Zlatá Koruna
Přemysl Ottokar II., der eiserne und goldene König, hielt sein Wort und ließ zum Dank für den Sieg über die Ungarn in der Schlacht bei Kressenbrunn das berühmte Kloster errichten. Dem Kloster wurde der Name Heilige oder Dornenkrone gegeben, weil König Přemysl das Kloster mit einer Reliquie beschenkte - einem Dorn aus der Dornenkrone, die Christus bei der Kreuzigung auf dem Kopf hatte. Die Reliquie wurde in Gold eingesetzt, und es erhielt sich der ursprüngliche Name nicht. Das Kloster wurde bald Zlatá Koruna genannt, und dieser Name blieb ihm.

Der Abt aus Zlatá Koruna erfuhr, daß Herr Wilhelm von Rosenberg, dem das auf seinem Herrschaftsgut errichtete Kloster ein Dorn ihm Auge war, dem Kaiser eingeredet hat, daß das Kloster Zlatá Koruna fast verlassen, und deshalb ohne Nutzen sei. Ein kaiserlicher Beamte machte sich bereits auf den Weg, um die Situation zu überprüfen. Vor seiner Ankunft rief der Abt alle Mönche aus der Umgebung, seine Untertanen aus den umliegenden Dörfern und auch das Gesinde zusammen und kleidete sie in Mönchskutten. Er setzte sie hinter die großen Lateinbücher und befahl, daß niemand von ihnen sprechen darf, damit er seine Unwissenheit nicht verriet. Der kaiserliche Beamte sah also überall in das Lesen von lateinischen Büchern vertiefe Mönche, aber er traute sich nicht, einen von ihnen etwas zu fragen, damit er seine eigene Unwissenheit nicht preisgab. Der Bericht, den er dem Kaiser über das Leben im Kloster vorlegte, war anscheinend positiv, weil das Kloster Zlatá Koruna verschont blieb und die Bemühungen des eroberungssüchtigen Rosenbergers leer ausgingen.

Zu einer stattlichen Linde, die sich auf dem Klosterhof findet, bindet sich eine Sage, durch welche die kappenartige Form einiger ihrer Blätter so erklärt wird, daß dies die Erinnerung an die Mönche ist, die hier von den Hussiten im 15. Jahrhundert aufgehängt wurden. Die Kappenartigen Blätter bilden sich aber häufig bei Linden und der Grund ihrer zusammengewachsenen Blattstiele, die dann eine Art Trichter bilden, ist eigentlich eine Baumkrankheit, Virose. Die erwähnten Ereignisse entsprechen nicht einmal dem Alter dieser Linde, die ungefähr vor 200 Jahren eingesetzt wurde.

Zvonková
Während des Dreißigjährigen Krieges zog hier das schwedische Heer auf dem aufgeweichten Weg vorbei; seine Wagen sanken in den Schlamm und es blieb nichts anderes über, als einen Teil der Beute abzuwerfen. Nach Jahren, bei der Herrichtung des zerfahrenen Weges wurde in der Erde eine Glocke gefunden. Die Siedlung gehörte zum Eigentum des Johann Christian I. von Eggenberg, der eines Tages bei der Besichtigung seines Gutes einen schönen Blumenstrauß blauer Glöcklein bewunderte, den er als Aufmerksamkeit seiner Untertanen annahm. Als er um sich sah, wurde ihm bewußt, daß auch die umliegenden Wälder die Form einer Glocke haben. Das war der Grund, warum er seinem neuen Sitz einen so lieblichen Namen gab.

Weitere Sagen :
Sagen und Legenden des Schlosses Český Krumlov
Sagen und Legenden der Stadt Český Krumlov

(zfst,hj)