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Feste Český Heršlák


Český Heršlák, heute Bestandteil von Horní Dvořiště, entstand kurz nach der Gründung von Horní Dvořiště. "Die erste Nachricht von Heršlák stammt aus dem Jahr 1289, als die Brüder Čeněk von Doudleby und Dominik von Pasovary dem Kloster in Vyšší Brod den Zehnten von diesem Gut abtraten". Von Anfang an war es eine Feste, oder eher eine Wachtburg an der böhmisch-österreichischen Grenze, ohne Zweifel auf dem Weg zum Marktort Horní Dvořiště. Davon, dass hier ein uralter Landessteig bereits "seit uralten Zeiten" führte, zeugt außer anderem auch ein archäologischer Fund beim Bau der Eisenbahn České Budějovice - Linz im 19. Jahrhundert. Im heutigen Český Heršlák wurde ein deformierter Kupferbarren gefunden, der im Nationalmuseum in Prag die Inventarnummer 50.814 hat. Ein Barren ist eine Stange mit rundem Querschnitt, die in einen offenen Kreis mit äugleinförmig gewickeltem Ende gebogen ist. Das andere Ende des Barrens ist abgebrochen und die glatte dunkelgrüne Patina ist stellenweise abgeblättert.

Oberhaid, Ansichtskarte , Quell: Album starých pohlednic Českokrumlovsko, Roman Karpaš, Jiří Záloha, 2001, ISBN - 80 - 86424 - 8

Der bei Český Heršlák gefundene Barren stellt eine Form des Metallrohstoffes der älteren Bronzezeit dar und es ist nicht auszuschließen, dass es um einen Teil eines größeren Massenfundes ging. Im Buch Čechy (Böhmen) aus dem 19. Jahrhundert lesen wir: "Heršlák ist eine alte Ortschaft, deren erste bekannte Besitzer dem Geschlecht angehörten, das im Süden Böhmens verbreitet war, mit einem Mann mit einem gezogenen Schwert im Wappen. Heršlák, als Wachtburg, war jedoch in allen Zeiten von großer Bedeutung..." Ein gemeinsames Wappen mit dem Oberteil eines Mannes mit gezogenem Schwert hatten die Doudleber, Heršláker, Cipíner, Řevnover, Pouzar von Michnice und Sudlicer aus Jílovice. Deren Siegel ist hier auch angeführt. Augustin Sedláček ergänzt, dass es eine Feste "mit einem tiefen Wassergraben war, in dem Fische gehalten wurden". Es wird hier schön auch das "Verhalten" eines der Besitzer der Feste geschildert:

"Beneš Macuta von Heršlák wurde noch zu Lebzeiten seines Vaters zu einer in ganz Böhmen bekannten und berühmten Person, und zwar zu einer solchen, dass man mit ihm Kinder schrecken konnte. In den Memoiren treffen wir auf ihn zum ersten Mal im Jahr 1390, damals verhielt er sich mäßig. Aber kurz darauf sagten von ihm Verbrecher auf der Folter, dass seine Knechte dem Müller unter Myšlany drei Kühe gestohlen haben, von denen eine dem Macuta gebracht wurde, und dass diese Diebstähle auf seinen Befehl geschahen. Aber bei Freistädtern ist er schlecht gefahren. Andreas von Polheim, Hauptmann in Freistadt, nahm ihn gefangen und ließ ihn erst auf Befürwortung Herrn Heinrich von Rosenberg frei... Als er nach Böhmen zurückkam, benahm er sich so wie früher...Kurz gesagt wurde von ihm gar gesagt, dass er "ein großer Räuber auf den Straßen" ist. Im Jahr 1409 gelang es den Rožmberkern ihn festzunehmen, und da bekannte er alle Streiche, die angezeigt wurden. Und es waren wirklich viele Streiche. Im Gerichtsbuch werden ihnen volle vier Seiten gewidmet und so "verwirkte er wegen seinen üblen Taten sein Leben".

Die Schicksale der Feste Český Heršlák waren in der Mitte des 15. Jahrhunderts mit dem österreichischen Geschlecht Zinespan verbunden, das begann sich Cinišpán von Heršlák zu nennen. Im September 1467 nahm Zdeněk von Sternberg "durch eine List die Feste Heršlák ein und erst dann zwan er die Cinišpán, ihm die Feste zuzuschreiben." Es folgten ein langer Streit und Kriegszug, und erst im Jahr 1487 wird in einer Urkunde des Vyšebroder Zisterzienserklosters wieder Cinišpán als Besitzer angeführt, diesmal Johann, der auf Heršlák bis 1514 erwähnt wird. Im Jahr 1546 werden die Feste, der Meierhof und die Mühle in den erneuerten Landtafeln wie öd angeführt. Später wächst hier an der Stelle der Feste ein Schlösschen, aber das ist bereits ein anderes Kapitel.

(fs)

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Feste Michnice
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