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Das Záviš-Kreuz im Kloster Vyšší Brod

Záviš-Kreuz, Quell: Cisterciácké opatství Vyšší Brod, Milan Hlinomaz, Ivan Ulrich, ISBN - 80 - 85627 - 39 - 6 Einer von den Witigonen, ehrgeiziger Záviš von Falkenstein, heiratete die Witwe nach dem König Přemysl Ottokar II., Kunhut, erhob sich gegen den König Wenzel II. und der ließ ihn am 20. August 1290 unter der Burg Hluboká nad Vltavou hinrichten. Záviš ist im Kapitelsaal des Klosters Vyšší Brod begraben. Antonín Cechner schreibt: "In der Nähe der linken Seite ist im Pflaster eine Granitplatte, geschmückt mit drei fünfblättrigen Rosen, unter der nach der Tradition der Körper von Záviš von Falkenstein begraben sein soll". Der Kopf wurde laut derselben Quelle in die linke Wand bestattet. Die Grabaufschrift des Grabs von Záviš las noch Bohuslav Balbín. Ich muss hier aus Země zamyšlené von Ladislav Stehlík zitieren : "Im Kapitelsaal suchte ich nach der letzten Ruhestätte Záviš von Falkensteins. Seine Leiche trugen damals die Mönche von Vyšší Brod von der Hluboká-Wiese in ihr Kloster hinüber, den Körper bestatteten sie neben den Äbten und den Kopf vermauerten si irgendwo in einer Nische dieses Saals. Sie hatten ihre Gründe dafür. Der Gemahl der Königin gab ihnen ein Geschenk, das wirklich der königlichen Freigebigkeit würdig war. Ein hohes silbernes Kreuz, das sich bestimmt des verdienten Weltruf erfreut". Im Jahr 1290 schenkten Witiko und Wok von Krumlov dem Kloster Vyšší Brod "zur Erlösung der Seele Záviš von Falkensteins drei Dörfer".

Das Záviš-Kreuz ist das wertvollste Stück des Vyšebroder Klosterschatzes. Es wird von ihm erzählt, dass es Záviš von Falkenstein vom ehemaligen Schatz der ungarischen Könige anlässlich seiner zweiten Hochzeit mit der Schwester Ladislaws von Ungarn bekam. es ist ein 70 cm hohes und 28 cm breites zweiarmiges byzantinisches Kreuz. Das ursprüngliche Kreuz war 445 Millimeter hoch. Der obere Querbalken hat 235 mm und der untere 280 mm. Alle Arme sind an Enden in eine dreiblättrige französische Lilie entfaltet. "Die tolle Pracht dieses Denkmals gipfelt im Komplex der Edelsteine und riesiger Perlen, die in Gruppen an Enden sowie auf der ganzen Länge der Blaken so angebracht sind, dass ihre Größe und Farbenzusammenspiel den Ansprüchen der Symmetrie entsprechen". Später wurden der Fuß und die Statue Christi angefügt.

Das ursprüngliche Kreuz ist mit 44 Edelsteinen und 166 Perlen besetzt. Antonín Cechner führt an, dass es 174 Perlen gibt. Verfertigt ist es aus Silber, auf dem Blätter arabischen Golds gelegt sind. Neun Emailmedaillons decken Reliquien. Auf jedem Medaillon ist ein Brustbild eines Heiligen abgebildet, dessen Name auf griechisch zugeschrieben ist: Georgius Paulus, Thomas Georgcos, Petrus, Ionnes, Theologus, Demetrius und Athanasius. Karel Chytil führt an, dass "die einzelnen Balken sowie deren Schnittpunkte insgesamt 11 Emails byzantinischen Ursprungs wohl aus dem 10. bis 13. Jahrhundert tragen". Die Vorder- sowie Rückseite unterscheiden sich im Stil der Bearbeitung. Das Kreuz gehört sowohl mit dem Wert des benutzten Materials, als auch mit dem Niveau der künstlerischen Bearbeitung zu den vordersten Denkmälern seiner Art in der Tschechischen Republik. Der nachträglich angefügte silberne vergoldete Fuß mit einem Durchmesser von 28 cm ist mit 39 Edelsteinen und 31 Moldauperlen geschmückt.

Im Jahr 1810, als der Staat in Finanznot geriet, "musste das Kloster die goldene Statue Christi vom Kreuz abnehmen und in die Münze bringen, damit daraus einige Dukaten geprägt werden konnten". Sie mussten auch das ursprüngliche Untergestell abgeben. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekam das Záviš-Kreuz den heutigen silbernen vergoldeten Neurokoko-Fuß mit Edelsteinen und Moldauperlen. Laut der Nachricht der "Kronika rožmberská" von Jakub Novohradský und Mikovec widmete das Kreuz dem Kloster Záviš selbst. "Das Záviš-Kreuz wurde an der Spitze der Prozessionen auf einer Stange in Vyšší Brod sowie in Krumlov getragen, denn es enthielt das Holz des echten Kreuzes Christi". Vosel bemerkt, dass dieses Záviš-Kreuz dem Kloster im Jahr 1412 Heinrich III. von Rosenberg schenkte, was der Wahrheit mehr entspricht. Als das sämtliche Eigentum des Klosters am 14. Oktober 1949 verstaatlicht wurde, wurde das wunderschön geschmückte Kreuz Záviš von Falkensteins zum Bestandteil des Domschatzes der St.-Veits-Kathedrale auf der Prager Burg. Nach November 1989 und nach der Rückkehr der Zisterziensermönche ins Kloster Vyšší Brod kehrt auch das Záviš-Kreuz zurück.

(fs)

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