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Dlouhá Nr. 95

Dlouhá Nr. 95 Lokalisierung:
Dlouhá Nr. 95

Objektbeschreibung:
Ein zweistöckiges Reihenhaus mit einer nicht sehr viel gegliederten klassizistischen Stirnseite aus dem Jahre 1838. Das Dach ist ein Satteldach, senkrecht zu der Straße. Das Erdgeschoß ist ein Tiefenzweitrakt.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Objekt ist mittelalterlichen Ursprungs, das nach dem Jahre 1503 in eine Gemeindemälzerei geändert wurde. Aus diesem Zeitraum wurden wahrscheinlich nur die Keller und ein Teil der Umfassungsmauern erhalten. Nach der Aufhebung der Mälzerei im Jahre 1645 wurde das Objekt in ein Wohnhaus umgebaut, das fast ohne Reste bei dem letzten Umbau im Jahre 1838 untergegangen ist. Im jüngeren Zeitraum wurden nur Korrekturen einiger Räume durchgeführt.

Bedeutende architektonische Details:

  • die mit Blech beschlagte Tür in der Eintrittshalle, wahrscheinlich hier sekundär benutzt
  • mehr als wegen der Details ist das Objekt durch seine ganze Lösung aus den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts wertvoll, die fast in einem praktisch ungeänderten Zustand erhalten wurde, einschließlich der schwarzen Küchen und einiger Füllungen. Aus der Zeit des Umbaues im Jahre 1835 blieb auch die Plandokumentation erhalten.

Geschichte der Hausbewohner:
Bis zum Jahre 1500 wohnte in diesem Haus ein gewißer Václav. Das ganze 16. Jahrhundert lang war hier die Stadtmälzerei, die den Rohstoff für die Biererzeugung im Nachbarhaus Nr. 94 lieferte. Im Jahre 1645 verkaufte die Stadt die alte Mälzerei an den Kupferschmied Jan Netting, der sie in ein Wohnhaus umbaute. Seit dem Jahre 1656 gehörte das Haus dem Schuster Kryštof Beer, nach dem es Štefan Pauer erbte. In den Jahren 1684 - 1714 war der Riemer Leonard Kleiner der Hausbesitzer. Auch der weitere Besitzer, Vít Vítek (Wittek), dessen Familie im Haus bis zum Jahre 1779 wohnte, war Riemer. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts treffen wir uns hier noch mit František Stokinger, seit dem Jahre 1782 mit Jan Willisch und seit dem Jahre 1790 mit František Vítek (Wittek), dessen Familie das Haus bis zum Jahre 1838 gehörte, als sie Jan Kindl ablöste.

Gegenwärtige Nutzung:
Folk Art Souvenirs, Marionettes Costumes