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Parkán Nr. 110

Parkán Nr. 110, Ansicht von der Parkán-Gasse Lokalisierung:
Parkán Nr. 110

Objektbeschreibung:
Ein einstöckiges Objekt mit glatter Front, an der nur die Fenster im ersten Stockwerk und das Portal über Bänderchambranen aus der Zeit der Renaissance verfügen. Das mit der Straße parallele Satteldach wird mit Ziegeln bedeckt. Die hintere Front ist die ehemalige Stadtmauer.

Bauhistorische Entwicklung:
Das Gebäude entstand in der spätgotischen Zeit, die erste Nachricht darüber stammt aus dem Jahre 1522. Zusätzlich wurde wahrscheinlich der enge vordere Trakt zugebaut, eine ungewöhnliche Erscheinung, was die Konstruktion und Disposition betrifft. Zur Tiefenausdehnung kam es wahrscheinlich in der Spätrenaissancezeit, der auch die Chambranen der Fenster entsprechen. Auf einen vermuteten ursprünglichen seichten Eintrakt weist auch der Steingiebel im Dachraum hin. Die Spuren der zurückgetretenen Baulinie blieben auch bei der Front des Hauses Parkán Nr. 112 erhalten.

Bedeutende architektonische Details:
Das ganze Erdgeschoß ist mit Tonnengewölbe versehen. Die historische Disposition blieb im großen und ganzen erhalten.

Parkán Nr. 110, Ansicht vom Fluss Vltava (Moldau)

Geschichte der Hausbewohner:
Der erste bekannte Hausbesitzer war der Schneider Adalbert, dem der Weber Mikuláš nachfolgte. 1522 ging das Haus in den Besitz der Gemeinde über. 1568 besaß es kurz die Schuhmacherin Štefanová, und ein Jahr später zog hierher Martin Prachatitzer oder Prachatický um. Ab 1582 bewohnte das Haus der Weber Petr Würtenberger, nach vier Jahren folgte ihm der Tischler Lorenc Hirschberger. Nach Magdalena Hirschbergerová, die als Hausbesitzerin im Jahre 1654 angeführt ist, übernahm das Haus der Tuchmacher Leonhard Engelhard, der hier bis 1660 lebte. Nach dem verstorbenen Maxmilián Brauner kaufte das Haus im Jahre 1690 die Gemeinde und errichtete hier ein Lazarett für die Artillerie. Ab 1774 wurde das Haus als Krankenhaus für arme Bürger und Ausländer genutzt. Am 2. April 1789 verkaufte die Gemeinde dieses Haus an den Müller Ignác Pöschk für 765 rheinische Gulden. Die Familie Pöschk wohnte hier bis zum Jahre 1835.

Gegenwärtige Nutzung:
Das Haus dient zu Wohnzwecken.