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Geschichte des Eisenbahnverkehrs in der Region Český Krumlov

Bau der Eisenbahnstrecke in Křemže - Mříč, ein historisches Foto Das neunzehnte Jahrhundert war die Zeit einer ungewöhnlichen Entwicklung der wirtschaftlichen Unternehmung, die eng mit dem Aufbau von der Eisenbahn zusammenhing. Die Einführung eines neuen Transportmittels stieß auf eine Menge von wichtigen Problemen. Der Aufbau der Eisenbahn brachte ein ungewöhnliches Treiben in das ruhige Leben der provinziellen Städte und des Landes und in der wesentlichen Weise hat es das Leben deren Bewohner beinflusst. Sie brachte große Änderungen in die Weise des Reisens und hat auf eine ungewöhnliche Art die Entfernungen "verkürzt". Die Eisenbahn konnte gleichzeitig dank ihrer Geschwindigkeit und den niedrigen Preisen dem bis zu diesem Zeitpunkt verwendeten Fuhrmannsverkehr, Postverkehr oder dem langsamen Stellwagensverkehr siegreich konkurrieren. Dessen waren sich die Fuhrmänner, die Stellwagenspediteuer, die Händler, die Handwerker, die Gastwirte und weitere Personen, die von dem Straßenverkehr abhängig waren, sehr gut bewußt. Sie befürchteten den Verdienstverlust und bald erschienen ihre Proteste und Äußerungen des Widerstands gegen das moderne Verkehrsmittel.

Der Möglichkeit der schnellen industriellen und geschäftlichen Entwicklung und des Erwerbs von weiteren wirtschaftlichen Vorteilen, welche die Eisenbahnverbindug bringen würde, war sich die Mehrheit der Städte von Anfang an bewußt. Es entstand ein harter Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Stadtganzheiten um die Anknüpfung der Städte an die Eisenbahn, was zu Folge eine langfristige Verzögerung oder Aufhebung der Projekte des Aufbaus von der Eisenbahn hatte. Keines der Hindernisse war jedoch so groß, um die neue Erfindung der Zeit der technischen Revolution zu verdrängen, die ihren Benutzern unermeßliche Vorteile brachte. Es gehörte zu ihnen die größere Geschwindigkeit des Eisenbahnverkehrs, die Genauigkeit, die Sicherheit, billigere Transportsätze, die Erleichterung des Geschäftes mit dem Ausland, ein einfacherer Weg der Ware zu dem Verbraucher, eine größere Möglichkeit der Preis- und Lohnausgleichung, die Unabhängigkeit der Industrie von der Nähe von Rohstoffen, die leicht und billig auf größere Distanzen transportiert werden konnten.

Die Strecke der ersten Eisenbahn auf dem Gebiet von Böhmen - die Pferdeeisenbahn - führte auf der Strecke České Budějovice - Velešín - Kaplice - Linz. Die tschechische Strecke dieser Pferdeeisenbahn wurde im Jahre 1828 beendet und im Jahre 1832 verband die Pferdeeisenbahn schon České Budějovice mit Linz.

Die erste Dampfeisenbahn in den böhmischen Ländern "Nördliche Eisenbahn des Kaisers Franz Josef" reichte im Jahre 1845 mit ihren Gleisen aus Wien über Brno und Olomouc nach Prag. Dem Südböhmen ist sie ganz ausgewichen. Die Verbindung erlebte das westböhmische Gebiet, wo die Gesellschaft "Böhmische westliche Eisenbahnen" die Strecke aus Brod nad Lesy in der Richtung nach Prag zu bauen begann, deren erster Teil aus Brod nach Plzeň im Jahre 1861 in Betrieb gesetzt wurde und ein Jahr später wurde der Betrieb auf dem zweiten Teil der Eisenbahn von Plzeň nach Prag eröffnet. In dieser Zeit hat man schon auch an der Verbindungsstrecke der Städte Plzeň - České Budějovice gearbeitet, die der Bestandteil der "Eisenbahn des Kaisers Franz Josef" sein sollte. Das Ziel des Baus war, die Hauptstadt der Monarchie Wien mit den weltberühmten Badeorten Karlovy Vary und Mariánské Lázně zu verbinden. Der erste Zug auf der Strecke Plzeň - České Budějovice ist am 1. September 1868 durchgefahren.

Die Aufbauswelle der Eisenbahn erreichte das Gebiet von dem armen Südböhmen mit einer gewißen Verspätung. Der Betrieb auf der Strecke České Budějovice - Český Krumlov - Kájov - Želnava wurde erst im Jahre 1892 eröffnet. Die Želnava - Eisenbahn entstand aus dem Bedarf nach einer mehr qualitativen Transportverbindung des umfangreichen Besitzes der fürstlichen Adelsgeschlechtes der Schwarzenberger, für den Transport des Graphits aus den Graphitgruben in Černá v Pošumaví, des Holzes und des billigen Torfes aus den Wäldern im Böhmerwald. Seit dem 15. Oktober 1893 begann der Betrieb auf der Strecke Strakonice - Volyně - Vimperk, auf der Strecke Číčenice - Vodňany - Prachatice und Prachatice - Volary. Davon wurde am 9. Juli 1900 die Eisenbahnverbindung über Lenora nach Vimperk angebunden, die in Kubova Huť den Hauptkamm von Böhmerwald in der Seehöhe von tausend Meter überwindet. Erst im Jahre 1910 wurde die Eisenbahnstrecke aus Volary über Černý Kříž bis auf die bayerische Grenze zum Städchen Haidmühle verlängert. Im Jahre 1911 wurde der Transport der zweiten elektrischen Eisenbahn in Südböhmen eröffnet, die Rybník und Lipno verbunden hat. ( Elektrische Eisenbahn Rybník - Lipno). Das Eisenbahnsnetz wurde nach dem Jahre 1911 um keine weitere Strecke ergänzt.

Bahnhof in Český Krumlov

Die ursprünglichen Entwürfe der Eisenbahnstrecke aus České Budějovice nach Černá v Pošumaví haben mit großem Bogen die Stadt Český Krumlov ausgewichen. Dank dem Eingriff des Fürsten Johann Adolf II. von Schwarzenberg wurden alle ursprünglichen Entwürfe verändert und am 11. Dezember 1883 wurde das Gesetz über den Bau der "böhmisch-mährischen transversalen Eisenbahn" angenommen, deren Bestandteil auch die Strecke aus České Budějovice nach Želnava sein sollte. Die Österreichische Gesellschaft der örtlichen Eisenbahnen bekam am 30. 7. 1884 die Konzession zum Bau, die Eröffnung hat sie jedoch aus dem Grund der Rentabilität sehr lange aufgeschoben. Der Fürst Schwarzenberg und die Stadt- und Gemeindenrepräsentanten wurden ununterbrochen gezwungen, die Eröffnung des Baus zu mahnen. Endlich am 28. August 1890 begann der Bau der Eisenbahn mit dem Festaushub an der Stelle des heutigen Krumauer Bahnhofs. Der Baumeister war die Prager Firma Schön & Wesely. Das zentrale Baubüro befand sich im Herrenhaus des Herstellungszentrums Adolfov (ein Teil der Gemeinde Holubov).

Beim Bau der neuen Strecke entstanden Probleme bei dem Viadukt Dobrkovice, sehr anspruchsvoll war auch der Aufbau der Brücke über das tiefe Tal von Křemežský potok. Der erste Teil der Eisenbahn wurde in 15 Monaten beendet und führte aus České Budějovice nach Kájov. Schon am 19. November 1891 konnte der erste Zug ausfahren, der neun Waggons hatte. Seine Fahrt begann er in České Budějovice und schaffte es nach Český Krumlov etwa um 16,30 Uhr. Die Fahrt dauerte ungefähr über zwei Stunden. Seit 20. November desselben Jahres begann der regelmäßige tägliche Betrieb der Eisenbahn, den drei Paare von Zügen gesichert haben. Im folgenden Jahre wurde die Eisenbahn aus Kájov nach Želnava verlängert. Es entstanden weitere Haltestellen und Stationen. Schon im Jahre 1894 wurde die Haltestelle Domoradice eröffnet. Die Beliebtheit der Sonntagsausflüge in die Umgebung von České Budějovice führte nach dem ersten Weltkrieg zur Eröffnung der Haltestellen Vrábče und Černý Dub. Die Entwicklung des persönlichen Transports ist im Jahre 1921 mit der Eröffnung der Haltestelle Plešovice fortgeschritten. Die Haltestelle Adolfov wurde im Jahre 1922 für den Frachtverkehr eingestellt und im Jahre 1923 wurde sie auf Holubov umgenannt. Die Haltestelle Třísov entstand im Jahre 1935. Einige Namenänderungen erlebte die Haltestelle in der Nähe von České Budějovice, ursprünglich České Budějovice - Linzer Vorstadt genannt, dann České Budějovice - Bürgerbrauerei, und erst die Benennung České Budějovice - Südliche Haltestelle ist bis zu heutigen Tagen geblieben.

Bahnviadukt in Dobrkovice bei Český Krumlov

Der größte Verkehr verlief auf der Strecke nach Kájov beim Bau der Grenzbefestigungen im Jahre 1937 und nach der Mobilisationserklärung am 24. September 1938.

Im Zeitraum "des Protektorats" wurde die Eisenbahn der Zeuge der Übersiedlung der tschechischen Bewohner ins Inland. Die Grenzübergangsstation war damals Zlatá Koruna. Den ganzen Weltkrieg lang diente die Eisenbahn von Kájov den Bedürfnissen der deutschen Armee. Zu Ende des zweiten Weltkriegs wanderte auf dieser Eisenbahnstrecke die vertriebene deutsche Zivilbewohnerschaft. Über denselben Weg kamen in die Grenzgebiete die neuen Landwirte, Ansiedler aber auch die gewinnsüchtigen "Goldgräber". Es folgte die Demolierung der verlassenen Dörfer, Kirchen und weiteren Kulturdenkmäler, die an die Vergangenheit errinerten, aber es ist nicht gelungen, das Leben in der Umgebung der Eisenbahn auch nicht durch diese tragischen Ereignisse einzustellen. Bei der Eisenbahn begannen viele Schleppbahnen zu entstehen - "die Steingrube Plešovice", "Juta Domoradice", oder die Spitzkehre der "Papierfabrik Větřní", genannt ursprünglich "Pečkovský-Mühle". Der Eisenbahnverkehr hatte noch keine Konkurrenz. Erst im Jahre 1989 begann ein langsamer Niedergang des Eisenbahnfrachtverkehrs, verursacht durch den Gasanschluß der Papierfabrik a.s.Větřní, durch die Privatisierung von Westböhmischen Steingruben Plešovice und von Jitka Domoradice, was in der fortschreitenden Senkung des ursprünglichen Umfangs des Frachtverkehrs um zwei Drittel reflektierte.

Die ehemalige überwiegend Frachteisenbahn veränderte sich auf die ausgesuchte Saisoneisenbahn mit dem starken touristischen Verkehr, der sich in die Nähe vom Lipno-Stausee in die Station Český Krumlov und in die Haltestelle Holubov konzentriert, welche der Ausgangspunkt für den Einsteig auf den Berg Kleť ist. Der Reisenverkehr beginnt sich stufenweise in der Zeit der Sommerferien auch in der Station Zlatá Koruna zu entwickeln, dank dem nahen Kloster und dem Wassersporthafen. Der Teil der Eisenbahnstrecke von der Stadt Český Krumlov zum Lipno-Stausee, weiterhin über Černý Kříž unter dem Massiv von Třístoličník nach Volary, führt durch die schönsten Orte des Böhmerwalds und gehört zu den malerischsten Orten in Böhmen. Statt der Waggons geladen mit dem Holz, Graphit und Torf bringen die Motorwaggons in der Gegenwart in die Wälder des Böhmerwalds jedes Jahr die Räder, Boote und tausende Liebhaber von der Natur und Touristik. In einigen Eisenbahnstationen stehen noch die ursprünglichen Eisenbahngebäude, die ein einzigartiges Kolorit der Eisenbahnstrecken von den "Böhmerwalder Lokalbahnen" bilden.

(mh)