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Geschichte des Theaters in der Region Český Krumlov

Barocke Theaterkostüme aus dem Depositorium des Schlosstheaters in Český Krumlov   Die Theaterelemente drangen in die Kultur und das Leben der Einwohner der Region bereits seit dem Mittelalter, und das insbesondere in den religiösen Zeremonien, Kirchen- und Volksfesten und -spielen ein. Osterspiele aus dem Leben Christi wurden bereits im 14. Jahrhundert im Kloster Zlatá Koruna betrieben.

Ab dem 15. Jahrhundert begann sich in den Volkskreisen eher das weltliche Theater durchzusetzen, dessen Darsteller waren hauptsächlich Gaukler, die bei verschiedenen Anlässen auftraten. Zur grundsätzlichen Erreicherung der Theaterkultur in der Region trugen hauptsächlich Spiele bei, die im Schloß, im Jesuitenkolleg und später im Stadttheater in Český Krumlov betrieben wurden (siehe Geschichte des Theaters in der Stadt Český Krumlov).

In der Umgebung des einfachen ländlichen Volkes beschränkten sich die Theateraufführungen im 17. und 18. Jahrhundert hauptsächlich auf Marionettenspiele, auf Zeremonieszenen verbunden mit der Fastnachtszeit, Erntefesten u. ä. und auf Weihnachts- und Osterspiele.

Schlosstheater in Český Krumlov, Szene Wald

Im 19. Jahrhundert - in der Zeit des nationalen Wiedergeburtes - kam es zum Entstehen der tschechischen Laienvereine. Diese Vereine leiten im gemischtsprachigen Gebiet der Region ihre Tätigkeit verspätet, erst in den 40er und 50er Jahren des 19. Jahrhunderts ein, sie waren ein Zentrum, wo sich die tschechischen Patrioten trafen, und hatten eine große Bedeutung für die Entwicklung der Nationalbewegung. Neben den tschechischen Theatervereinen entstanden in der Region gleichzeitig auch ähnliche deutsche Vereine. Laienvereine wirkten in den Gemeinden Český Krumlov, Horní Planá, Křemže, Vyšší Brod und Zlatá Koruna. Manche dieser Ensembles beendeten ihre Tätigkeit in den Jahren 1938 - 1939, andere nach dem Zweiten Weltkrieg.

Hořice na Šumavě, Passionsspiele im Jahre 1912, Szene Auferstehung, ein historisches Foto , foto:  J. Seidel

Passionsspiele, traditioneller Zweig der Theaterkultur, wurden am längsten in Hořice na Šumavě (ab dem Jahr 1816 mit Pausen bis zum Jahre 1947 - Passionsspiele - Geschichte) betrieben. Im Jahre 1993 wurde die unterbrochene Tradition der alljährlichen Vorführungen erneuert. (s. Passionsspiele in Hořice na Šumavě).

Plakat des Auftritts der Schauspielergesellschaft von Vendelín Budil im Schlosstheater, 1897, Foto:Lubor Mrázek

(om)